Hessische Landgesellschaft mbH Geschäftsbericht 2025 16 I. Grundlagen des Unternehmens Die Hessische Landgesellschaft mit beschränkter Haftung (HLG) ist seit ihrer Gründung im Jahr 1919 insbesondere mit der Durchführung von Siedlungs-, Agrarstrukturverbesserungs- und Landentwicklungsmaßnahmen betraut. Sie ist das gemeinnützige Siedlungsunternehmen des Landes Hessen im Sinne des Reichssiedlungsgesetzes (RSG) sowie staatliche Treuhandstelle für ländliche Bodenordnung. Der Sitz der Gesellschaft befindet sich in Kassel; sie ist unter der Nummer HRB 2632 im Handelsregister beim Amtsgericht Kassel eingetragen. Auf Grundlage der Größenmerkmale des § 267 Abs. 3 HGB ist die HLG als große Kapitalgesellschaft einzuordnen. Als gemeinnütziges Siedlungsunternehmen nimmt die HLG Aufgaben der ländlichen Siedlung, der Agrarstrukturverbesserung und der Landentwicklung sowie der Landbeschaffung wahr und erfüllt darüber hinaus weitere gesetzlich zugewiesene Aufgaben. Zweck der Gesellschaft ist vornehmlich die Entwicklung des ländlichen Raums. Dieser Zweck wird gemäß Gesellschaftsvertrag im Wesentlichen verwirklicht durch: die ländliche Siedlung sowie Maßnahmen der Agrarstrukturverbesserung, die Bodenbevorratung für öffentliche, agrarstrukturelle und ökologische Zwecke in Hessen, die Tätigkeit als Beauftragte von Gemeinden bei der Vorbereitung und Durchführung von Sanierungs- und Entwicklungsmaßnahmen sowie Verfahren der einfachen Stadterneuerung und und im Rahmen des Städtebauförderungsprogramms „Stadtumbau in Hessen“, die Tätigkeit als Beauftragte Dritter, vor allem in den Bereichen Flächenmanagement, Liegenschaftsverwaltung, Bodenordnung sowie Natur- und Klimaschutz und Energie, einschließlich der Wahrnehmung öffentlichrechtlicher Aufgaben. Zu den wesentlichen Tätigkeitsschwerpunkten als Beauftragte Dritter zählen insbesondere die Domänenverwaltung für das Land Hessen sowie das Flächenmanagement für den Straßenbau in Hessen einschließlich des Grunderwerbs, der Kompensation und der Flächenbevorratung. Diese Aufgaben werden auf Grundlage entsprechender Geschäftsbesorgungsverträge mit dem Land Hessen wahrgenommen. Darüber hinaus ist die HLG nach der Hessischen Kompensationsverordnung (KV) sowie dem Hessischen Ausführungsgesetz zum Bundesnaturschutzgesetz (HAGBNatSchG) als Ökoagentur des Landes Hessen anerkannt und mit der Bereitstellung und Vermittlung von Ersatzmaßnahmen betraut. II. Wirtschaftsbericht 1. Gesamtwirtschaftliche Rahmenbedingungen #Wirtschaftsentwicklung in Deutschland Im Geschäftsjahr 2025 zeigte die deutsche Wirtschaft nach zwei rückläufigen Jahren eine leichte Erholung. Das preisbereinigte Bruttoinlandsprodukt (BIP) stieg im Gesamtjahr um 0,2 % gegenüber dem Vorjahr und lag damit erstmals seit 2022 wieder im positiven Bereich. Wesentliche Wachstumsimpulse gingen insbesondere von den gestiegenen Konsumausgaben der privaten Haushalte sowie des Staates aus, während die Exportentwicklung im dritten Jahr in Folge rückläufig blieb und somit keine positiven Beiträge zur gesamtwirtschaftlichen Entwicklung leistete.1 Im Jahresverlauf blieb die wirtschaftliche Dynamik zunächst verhalten, bevor es im vierten Quartal 2025 zu einer moderaten Belebung der Konjunktur kam; das BIP erhöhte sich gegenüber dem Vorquartal um 0,2 % bis 0,3 %. Diese Entwicklung wurde durch privaten und staatlichen Konsum, steigende Bauinvestitionen sowie eine zunehmende Industrieproduktion getragen, wobei insbesondere Investitionsgüterproduzenten von einer verbesserten Auftragslage profitierten, während die Auslandsnachfrage weiterhin dämpfend wirkte.2 Zum Jahresende bzw. Jahreswechsel 2025/2026 deuteten Indikatoren auf eine weiterhin verhaltene konjunkturelle Grunddynamik hin; Stimmungsindikatoren signalisierten keine breite konjunkturelle Belebung, die Konsumentwicklung zeigte sich gedämpft, die Arbeitskräftenachfrage stagnierte weitgehend und die Zahl der Unternehmensinsolvenzen stieg gegenüber dem Vorjahr. Preisseitig verringerte sich der Inflationsdruck im Jahresverlauf; im Dezember 2025 lag die Inflationsrate bei 1,8 % und damit erstmals seit Herbst 2024 wieder unterhalb von 2,0 %, insbesondere infolge rückläufiger Energiepreise, während Dienstleistungen weiterhin einen wesentlichen Preistreiber darstellten.3 Die öffentlichen Haushalte wiesen im Jahr 2025 ein Finanzierungsdefizit in Höhe von 2,7 % des BIP auf; die Staatsausgaben überstiegen die Einnahmen um rund 119,1 Mrd. EUR, insbesondere infolge steigender Sozial- und Zinsausgaben bei gleichzeitig weniger stark wachsenden Einnahmen.4 Insgesamt war das Jahr 2025 durch eine leichte wirtschaftliche Stabilisierung bei weiterhin verhaltenem Wachstum gekennzeichnet. Die konjunkturelle Belebung zum Jahresende deutet auf eine beginnende, jedoch weiterhin begrenzte Erholung hin. Für den weiteren Verlauf wird eine schrittweise Stabilisierung sowie eine moderate Belebung im Jahresverlauf 2026 erwartet, wenngleich Unsicherheiten fortbestehen.5 Lagebericht Lagebericht 2025 1) Vgl. https://www.tagesschau.de/wirtschaft/wirtschaft-bip-2025gewachsen-100.html#:~:text=Die%20deutsche%20Wirtschaft%20ist %202025%20nach%20zuvor,im%20Vergleich%20zum%20Vorjahr% 20um%200%2C2%20Prozent. 2) Vgl. https://www.br.de/nachrichten/wirtschaft/deutsche-wirtschaft-legtende-2025-ueberraschend-zu,VCDmnKE. 3) Vgl. https://www.bundeswirtschaftsministerium.de/Redaktion/DE/ Schlaglichter-der-Wirtschaftspolitik/2026/02/07-wirtschaftlichelage. html#:~:text=Im%20Gesamtjahr%202025%20lag%20das%20preisbereinigte%20BIP,die%20Vorratsver%C3%A4nderung%20trug%20rechnerisch%20zum%20BIP%2DAnstieg%20bei. 4) Siehe auch Fn. 2. 5) Siehe auch Fn. 2 und 3.
RkJQdWJsaXNoZXIy MzE1MTgyMA==