Hessische Landgesellschaft mbH Geschäftsbericht 2025 17 Lagebericht 2. Branchenbezogene Rahmenbedingungen #Bauwirtschaft Die deutsche Bauwirtschaft war im Geschäftsjahr 2025 weiterhin von den Nachwirkungen der seit 2021 anhaltenden Abschwächung geprägt, zeigte jedoch erste Stabilisierungstendenzen. Insgesamt wurde ein realer Anstieg der Auftragseingänge um 6,8 % verzeichnet, der insbesondere auf Großprojekte im Wirtschaftstiefbau (insbesondere Bahn- und Kabelleitungsbau), im sonstigen Tiefbau sowie im Wirtschaftshochbau (unter anderem Rechenzentren) zurückzuführen ist. Aufgrund des niedrigen Ausgangsniveaus fiel auch der Anstieg im Wohnungsbau mit real 10,0 % vergleichsweise deutlich aus. Parallel hierzu verbesserte sich die Umsatzentwicklung und lag im Gesamtjahr bei einem realen Plus von rund 2,5 %, wenngleich weiterhin auf insgesamt niedrigem Niveau.6 Im Jahresverlauf zeigte sich eine uneinheitliche Entwicklung: Während insbesondere zu Jahresbeginn 2025 eine Belebung der Baukonjunktur mit steigenden Auftragseingängen und zunehmender Planungsaktivität zu verzeichnen war, verlief die weitere Entwicklung insgesamt durchwachsen. Die Zahl der Baugenehmigungen stieg im Jahr 2025 erstmals seit 2021 wieder an und erreichte 238.500 Wohnungen (+10,8 % gegenüber dem Vorjahr); sie gilt als Frühindikator für eine perspektivische Stabilisierung der Bautätigkeit.7 Die verbesserte Auftragslage führte jedoch nicht flächendeckend zu einer Entspannung, da ein erheblicher Anteil auf wenige Großprojekte entfiel. Entsprechend berichteten weiterhin rund 38,0 % der Bauunternehmen über Auftragsmangel, im Wohnungsbau lag dieser Anteil noch höher.8 Strukturell blieb insbesondere der Wohnungsbau durch hohe Baukosten, gestiegene Zinsen und eine schwache Nachfrage belastet, während sich der Tiefbau stabil entwickelte und von Infrastrukturinvestitionen profitierte. Der Wirtschaftsbau zeigte eine moderate Stabilisierung, der öffentliche Bau blieb durch begrenzte Haushaltsmittel geprägt.9 Der Arbeitsmarkt entwickelte sich stabil; die Zahl der Beschäftigten stieg um rund 0,7 % auf etwa 923.000 Personen, während sich gleichzeitig die Zahl der arbeitslosen Fachkräfte verringerte.10 Insgesamt war das Jahr 2025 durch eine Stabilisierung der Bauwirtschaft bei weiterhin heterogener Entwicklung gekennzeichnet. Zum Jahresbeginn 2026 gingen die Auftragseingänge jedoch um 4,3 % zurück. Gleichzeitig entwickelte sich der Umsatz witterungsbedingt rückläufig, während sich die Geschäftserwartungen eintrübten.11 Vor diesem Hintergrund wird für das Jahr 2026 ein moderates Wachstum erwartet, wenngleich die weitere Entwicklung weiterhin von gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen, Finanzierungsbedingungen und Kostenentwicklungen beeinflusst bleibt.12 #Landwirtschaft Die Landwirtschaft in Deutschland war im Geschäftsjahr 2025 durch eine insgesamt angespannte, zugleich aber heterogene wirtschaftliche Lage gekennzeichnet. Der landwirtschaftliche Produktionswert erhöhte sich im Jahr 2025 nach ersten Schätzungen auf 76,8 Mrd. EUR (+1,7 % gegenüber dem Vorjahr), wobei insbesondere die Tierproduktion mit steigenden Erlösen, unter anderem bei Rindern und Milch, zur positiven Entwicklung beitrug, während der Pflanzenbau infolge überwiegend rückläufiger Erzeugerpreise einen Rückgang verzeichnete.13 Gleichzeitig bewegten sich die Unternehmensergebnisse der landwirtschaftlichen Haupterwerbsbetriebe im Wirtschaftsjahr 2024/25 mit durchschnittlich rund 78.500 EUR auf Vorjahresniveau und damit real, unter Berücksichtigung der Inflation, auf einem niedrigeren Niveau. Die wirtschaftliche Entwicklung war maßgeblich durch volatile Agrarmärkte sowie steigende Anforderungen geprägt; Preisrückgänge bei pflanzlichen Erzeugnissen standen steigenden Preisen im Bereich tierischer Erzeugnisse gegenüber, während insbesondere die Schweinehaltung von rückläufigen Preisen betroffen war und der Kostendruck aufgrund hoher Betriebsmittelpreise hoch blieb.14 Im Jahresverlauf 2025 zeigte sich zudem eine hohe Abhängigkeit von externen Einflussfaktoren; Witterungsbedingungen führten trotz insgesamt stabiler bis guter Erntemengen zu regionalen Schwankungen, während geopolitische Entwicklungen sowie volatile Energie- und Rohstoffmärkte unmittelbar auf Preise, Kosten und Absatzmöglichkeiten wirkten.15 Strukturell setzte sich der Anpassungsprozess fort, insbesondere in der Tierhaltung, bedingt durch wirtschaftliche, regulatorische und demografische Faktoren; gleichzeitig blieb die Investitionstätigkeit insgesamt zurückhaltend.16 Die Einschätzung der Lage entwickelte sich uneinheitlich: Während im Dezember 2024 noch eine leichte Verbesserung des Agrar-Geschäftsklimas sowie eine steigende Investitionsbereitschaft zu verzeichnen war, verschlechterte sich die Stimmung im Dezember 2025 im Rahmen der Winterbefragung wieder deutlich, insbesondere mit Blick auf die zukünftige Entwicklung.17 Insgesamt war das 6) Vgl. https://www.bauindustrie.de/fileadmin/bauindustrie.de/Zahlen_Fakten/Eingangsseite_Zahlen_Fakten/Baukonjunkturelle_Entwicklung_in_ Deutschland.pdf. 7) Vgl. https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2026/02/ PD26_052_3111.html. 8) Vgl. https://www.ibau.de/akademie/wissenswertes/so-sieht-die-lage-derbaubranche-wirklich-aus/#. 9) Vgl. https://www.squarevest.ag/blog/prognose-fuer-die-bauwirtschaft2024-bis-2030-in-deutschland-oesterreich-und-schweiz#:~:text=Im%20 Jahr%202025%20wurde%20mit. 10) Siehe auch Fn. 6. 11) Vgl. https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2026/03/ PD26_100_441. 12) Siehe auch Fn. 9. 13) Vgl. https://www.ble.de/SharedDocs/Pressemitteilungen/ DE/2025/251217_Landwirtschaftlicher-Produktionswert.html. 14) Vgl. Deutscher Bauernverband e.V. (DBV), Situationsbericht 2025/2026: https://www.situationsbericht.de. 15) Vgl. https://www.bmleh.de/SharedDocs/Downloads/DE/Broschueren/ erntebericht-2025.html#:~:text=Auch%20die%20Ernte%202025% 20war,Technologie%20erfordern%20als%20je%20zuvor. 16) Siehe auch Fn. 14. 17) Vgl. https://www.rentenbank.de/presse/Rentenbank-Agrarbarometerzeigt-leicht-verbesserte-Stimmung-und-steigende-Investitionsbereitschaft/ sowie https://www.rentenbank.de/presse/Rentenbank-Agrarbarometer- Landwirtschaft-im-Stimmungstief-grosse-Investitionen-bleiben-aus/.
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