HLG Geschäftsbericht 2025

Hessische Landgesellschaft mbH Geschäftsbericht 2025 18 Jahr 2025 durch eine stabile Produktionsleistung bei weiterhin angespannten Rahmenbedingungen gekennzeichnet. Für das laufende Wirtschaftsjahr 2025/26 wird vor dem Hintergrund volatiler Märkte, erwarteter Kostensteigerungen sowie teilweise rückläufiger Erzeugerpreise mit einer fortbestehenden wirtschaftlichen Belastung vieler Betriebe gerechnet. Ergänzend ist davon auszugehen, dass insbesondere ackerbaulich geprägte Betriebe und Veredlungsbetriebe weiterhin von Preis- und Kostenentwicklungen sowie dem Anpassungsdruck bei Strukturen und Investitionen betroffen sein werden.18 3. Geschäftsverlauf #Geschäftsverlauf der HLG Die gesamtwirtschaftliche Entwicklung in Deutschland stellt einen wesentlichen Einflussfaktor für den Geschäftsverlauf der Hessischen Landgesellschaft mbH dar. Neben den allgemeinen konjunkturellen Rahmenbedingungen wirken sich insbesondere die Situation auf dem Arbeits- und Finanzmarkt, die Lohnentwicklung sowie die Investitions- und Nachfrageentwicklung auf die Geschäftstätigkeit der Gesellschaft aus. Darüber hinaus beeinflussen branchenspezifische Entwicklungen, vor allem im Bau- und Immobiliensektor, die wirtschaftliche Entwicklung der HLG. Im Geschäftsjahr 2025 wurde die Geschäftsentwicklung der Gesellschaft weiterhin wesentlich durch die gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen sowie strukturelle Herausforderungen in der Bau- und Immobilienwirtschaft geprägt. Vor dem Hintergrund weiterhin hoher Bau- und Finanzierungskosten blieb der Grundstücks- und Immobilienmarkt angespannt und war insgesamt durch eine zurückhaltende Nachfrage gekennzeichnet. Diese Rahmenbedingungen wirkten sich insbesondere auf marktabhängige Geschäftsbereiche aus, vor allem auf die Baulandentwicklung im Segment Bodenbevorratung sowie auf das landwirtschaftliche Bauwesen. Insgesamt bewegte sich die Geschäftsentwicklung der HLG damit in einem weiterhin herausfordernden Marktumfeld, das durch erhöhte Unsicherheiten und eine zurückhaltende Investitionsneigung geprägt war. Im Bereich Bodenbevorratung war im Geschäftsjahr 2025 eine rückläufige Umsatzentwicklung zu verzeichnen. Die Erlöse aus Grundstücksverkäufen lagen mit rund 46,1 Mio. EUR unter dem Vorjahreswert von 54,8 Mio. EUR und wirkten sich maßgeblich auf die Entwicklung des Gesamtumsatzes aus. Die Geschäftsentwicklung in den übrigen Geschäftsfeldern verlief demgegenüber positiv. In den Bereichen Landwirtschaft und Naturschutz sowie in der allgemeinen Geschäftsbesorgung konnten die Ergebnisse im Vergleich zum Vorjahr gesteigert werden. In der Gesamtschau reichten diese Zuwächse jedoch nicht aus, um die rückläufigen Erlöse im Bereich der Bodenbevorratung zu kompensieren. Insgesamt zeigt sich damit eine heterogene Entwicklung innerhalb der Geschäftsfelder der Gesellschaft. Das gesamte Umsatzvolumen belief sich im Geschäftsjahr 2025 auf rund 71,5 Mio. EUR und lag damit um 12,6 % bzw. 10,3 Mio. EUR unter dem Vorjahreswert (i. V.: 81,8 Mio. EUR). Trotz dieses Umsatzrückgangs erzielte die HLG ein positives operatives Ergebnis (EBIT) von 1,6 Mio. EUR (i. V.: 2,0 Mio. EUR). Demgegenüber wirkte sich der deutliche Anstieg der Zinsaufwendungen belastend auf das Finanzergebnis aus, sodass im Geschäftsjahr 2025 insgesamt ein negatives handelsrechtliches Ergebnis in Höhe von rund -1,4 Mio. EUR (i. V.: +0,3 Mio. EUR) ausgewiesen wurde. Die Ergebnisentwicklung verdeutlicht die Auswirkungen der veränderten Finanzierungsbedingungen auf die wirtschaftliche Situation der Gesellschaft. Zur Deckung des Jahresfehlbetrags ist eine Entnahme aus der Ausgleichsrücklage vorgesehen; die entsprechende Beschlussfassung steht zum Zeitpunkt der Aufstellung des Lageberichts noch aus. Im Einzelnen verlief die Entwicklung wie folgt: 1) Baulandentwicklung und Kommunalbetreuung #Bodenbevorratung Das Marktumfeld für die Bodenbevorratung war im Geschäftsjahr 2025 weiterhin anspruchsvoll. Nach der seit 2021 anhaltenden Abschwächung zeigte die Bauwirtschaft erste Stabilisierungstendenzen, ohne dass bereits eine durchgreifende Erholung eintrat. Die Entwicklung verlief weiterhin segmentabhängig: Während der Tiefbau von Infrastrukturinvestitionen profitierte und sich stabil entwickelte, blieb der Wohnungsbau durch hohe Bau- und Finanzierungskosten sowie eine verhaltene Nachfrage belastet.19 Im Jahresverlauf 2025 kam es zu einer moderaten Belebung einzelner Marktindikatoren. Die Auftragseingänge erhöhten sich real um 6,8 %, wobei das Wachstum maßgeblich durch Großprojekte im Tiefbau sowie Impulse im Wirtschaftshochbau getragen wurde.20 Auch im Wohnungsbau zeigte sich ausgehend von einem niedrigen Niveau ein Anstieg der Auftragseingänge. Parallel dazu stieg die Zahl der Baugenehmigungen erstmals seit 2021 wieder an und erreichte 238.500 Wohnungen (+10,8 % gegenüber dem Vorjahr). Als Frühindikator deutet dies auf eine perspektivische Stabilisierung der Bautätigkeit hin, verbleibt jedoch weiterhin unter dem langfristig erforderlichen Niveau. Der Anstieg war insbesondere auf eine Zunahme der Genehmigungen bei Einfamilienhäusern sowie bei Mehrfamilienhäusern zurückzuführen, während sich die Entwicklung bei Zweifamilienhäusern weiterhin verhalten darstellte.21 Gleichwohl blieb die Marktentwicklung heterogen. Trotz verbesserter Genehmigungs- und Auftragseingangsdaten blieb die tatsächliche Bautätigkeit insgesamt durch eine verhaltene Umsetzung geprägt. Insbesondere im Wohnungsbau bestand unverändert ein erheblicher Auftragsmangel vor dem Hintergrund weiterhin anspruchsvoller Finanzierungs- und Kostenbedingungen.22  Lagebericht 18) Siehe auch Fn. 14. 19) Vgl. https://www.zdb.de/baukonjunktur/konjunkturprognose-20252026. 20) Vgl. https://www.bauindustrie.de/fileadmin/bauindustrie.de/Zahlen_Fakten/Eingangsseite_Zahlen_Fakten/Baukonjunkturelle_Entwicklung_in_ Deutschland.pdf. 21) Vgl. https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2026/02/ PD26_052_3111.html. 22) Siehe auch Fn. 19 und 20.

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