Hessische Landgesellschaft mbH Geschäftsbericht 2025 30 Lagebericht 4. Finanzielle Leistungsindikatoren #Ertragslage Im Geschäftsjahr 2025 entwickelte sich die Ertragslage vor dem Hintergrund gedämpfter gesamtwirtschaftlicher Rahmenbedingungen. Die Umsatzerlöse lagen infolge einer verhaltenen Nachfrage nach Bauland unter dem Vorjahresniveau, während gleichzeitig die Investitionskosten im Bereich der Bodenbevorratung anstiegen. Die übrigen Geschäftsfelder entwickelten sich teilweise über Plan. Die zur Finanzierung erforderliche Ausweitung des Fremdkapitals und der hieraus resultierende Zinsmehraufwand führten zu einer deutlichen Verschlechterung des Finanzergebnisses. Insgesamt wurde im Berichtsjahr kein positives Jahresergebnis erzielt. Die Ergebnisentwicklung stellt sich im Einzelnen wie folgt dar: 2025 TEUR 2024 TEUR Veränderung TEUR Umsatzerlöse 71.512,0 81.777,4 -10.265,4 Bestandsveränderungen 32.482,6 22.408,8 10.073,8 Gesamtleistung 103.994,6 104.186,2 -191,6 Materialaufwand 85.149,1 86.904,2 -1.755,1 Rohergebnis 18.845,5 17.282,0 1.563,5 Sonstige betriebliche Erträge 204,9 201,9 3,0 Personalaufwand 13.750,9 12.227,8 1.523,1 Sonstige betriebliche Aufwendungen 3.274,3 2.794,7 479,6 Erfolgsunabhängige Steuern 31,5 41,6 -10,1 EBITDA 1.993,7 2.419,8 -426,1 Planmäßige Abschreibungen 385,1 437,2 -52,1 EBIT 1.608,6 1.982,6 -374,0 Finanzergebnis -3.015,9 -1.677,3 -1.338,6 EBT -1.407,3 305,3 -1.712,6 Ertragsteuern 0,1 0,1 0,0 Gesamtergebnis -1.407,4 305,2 -1.712,6 Die Umsatzerlöse werden maßgeblich durch das Geschäftsfeld der Bodenbevorratung geprägt. Neben Erlösen aus der Veräußerung von Grundstücken umfassen sie auch Erlös- und Gebührenerträge aus weiteren operativen Tätigkeitsfeldern, insbesondere den Bereichen Landwirtschaft und Naturschutz, Domänenverwaltung, Flächenmanagement Infrastruktur sowie Allgemeine Geschäftsbesorgung. Im Geschäftsjahr 2025 beliefen sich die Umsatzerlöse auf 71,5 Mio. EUR und lagen damit um 12,6 % bzw. 10,3 Mio. EUR unter dem Vorjahresniveau. Der Rückgang ist im Wesentlichen auf geringere Erlöse aus Grundstücksverkäufen zurückzuführen. Die Bestandsveränderungen betreffen überwiegend die Entwicklung der fertigen und unfertigen Erzeugnisse und werden maßgeblich durch die Investitionstätigkeit im Bereich der Bodenbevorratung bestimmt. Im Geschäftsjahr 2025 führte die anhaltend hohe Investitionstätigkeit zu einem Anstieg der Vorräte um 12,1 % bzw. 33,5 Mio. EUR. Entsprechend lagen die Bestandsveränderungen im Berichtsjahr mit 32,5 Mio. EUR über dem Vorjahresniveau und erhöhten sich um 10,1 Mio. EUR. Die anhaltend hohe Volatilität an den Finanzmärkten wirkte sich im Berichtsjahr auf den Grundstücksund Immobilienmarkt aus und beeinflusste sowohl die Nachfrage- als auch die Angebotsseite. Während steigende Finanzierungskosten die Nachfrage privater und gewerblicher Investoren dämpften, blieb das Interesse hessischer Kommunen an der Entwicklung neuer Baugebiete im Rahmen der Bodenbevorratung auf einem hohen Niveau. Vor diesem Hintergrund lagen die Investitionen in die Anschaffung neuer Flächen sowie in die Herstellung und Erschließung von Wohn- und Gewerbegebieten mit 90,1 Mio. EUR über dem Vorjahreswert (i. V.: 69,6 Mio. EUR). Die erhöhte Bau- und Erschließungstätigkeit führte zu einem entsprechenden Verbrauch der gebildeten Rückstellung für Erschließungskosten, wodurch sich diese gegenüber dem Vorjahr um 10,8 Mio. EUR reduzierte und den Materialaufwand entsprechend minderte. Der Materialaufwand belief sich im Geschäftsjahr 2025 auf 85,1 Mio. EUR und lag damit auf einem mit dem Vorjahr vergleichbaren Niveau (i. V.: 86,9 Mio. EUR). Er umfasst im Wesentlichen die Anschaffungs- und Herstellungskosten in der Bodenbevorratung einschließlich der Bildung von Rückstellungen für Erschließungskosten, im landwirtschaftlichen Flächenmanagement sowie im Bereich der Ökoagentur. Darüber hinaus wird der Materialaufwand durch vorläufige Abführungsverpflichtungen bzw. Forderungen gegenüber Kommunen im Zusammenhang mit Bodenbevorratungsverfahren beeinflusst, die zum Bilanzstichtag zu entsprechenden Wertberichtigungen der Vorräte führen. Trotz geringerer Umsatzerlöse führten die genannten Faktoren, insbesondere die Bestandsveränderungen infolge der hohen Investitionstätigkeit, zu einem Anstieg des Rohergebnisses um 9,0 % auf 18,8 Mio. EUR im Berichtsjahr. Demgegenüber lag das EBITDA (Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen) mit 2,0 Mio. EUR um 0,4 Mio. EUR unter dem Vorjahresniveau. Ursächlich hierfür waren insbesondere der Anstieg des Personalaufwands infolge tariflicher Gehaltsanpassungen sowie zusätzlicher Personalmaßnahmen um 12,5 % auf 13,7 Mio. EUR sowie die Erhöhung der sonstigen betrieblichen Aufwendungen um 17,2 % auf 3,3 Mio. EUR. Letztere resultierte im Wesentlichen aus der Erhöhung der Risikoprämie für Bürgschaften des Landes Hessen zur Finanzierung der Bodenbevorratung, die infolge gestiegener landesverbürgter Verbindlichkeiten gegenüber dem Vorjahr um 212 TEUR auf 607 TEUR zunahm.
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