Hessische Landgesellschaft mbH Geschäftsbericht 2025 31 Lagebericht Das EBIT (Ergebnis vor Zinsen und Steuern) lag im Berichtsjahr unter dem Vorjahreswert und betrug 1,6 Mio. EUR, was einem Rückgang von 374 TEUR entspricht. Dies ist trotz geringerer Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte, technische Anlagen und Maschinen sowie die Betriebs- und Geschäftsausstattung festzustellen. Das operative Ergebnis übertraf damit die Prognose von 1,0 Mio. EUR. Dem stand ein deutlich verschlechtertes Finanzergebnis gegenüber, das sich infolge gestiegener Zinsaufwendungen um 1,3 Mio. EUR bzw. 79,8 % verringerte. Ursächlich hierfür waren insbesondere höhere Darlehensverbindlichkeiten im Zusammenhang mit der Finanzierung der Bodenbevorratung sowie die damit verbundenen höheren Zinsbelastungen. Infolgedessen verringerte sich das Ergebnis vor Steuern um 1,7 Mio. EUR. Nach Berücksichtigung der Ertragsteuern ergab sich ein Jahresfehlbetrag von 1,4 Mio. EUR. Dieses Ergebnis entspricht im Wesentlichen den im Jahresverlauf angepassten Erwartungen, die unter Berücksichtigung konjunktureller Herausforderungen, angespannter wirtschaftlicher Rahmenbedingungen sowie zunehmender globaler Unsicherheiten ein Ergebnis nahe der Null-Euro-Grenze bzw. leicht darunter vorsahen. 2025 2024 2023 2022 2021 Umsatzerlöse Mio. EUR 71,5 81,8 59,4 79,7 98,2 Jahresergebnis Mio. EUR -1,4 0,3 1,7 6,0 10,2 Beschäftigte im Jahres-Ø Anzahl 196 182 177 171 162 #Finanzlage Die Finanzlage der HLG im Geschäftsjahr 2025 war maßgeblich durch ein verändertes wirtschaftliches Umfeld sowie eine veränderte Dynamik im Geschäftsfeld der Bodenbevorratung geprägt. Während in den Vorjahren das anhaltende Niedrigzinsumfeld zu einer deutlich erhöhten Nachfrage nach Wohn- und Gewerbeflächen und damit zu einer hohen Bauaktivität sowie entsprechenden Umsatzerlösen führte, haben sich die Rahmenbedingungen seitdem deutlich verändert. Ursächlich hierfür waren insbesondere geopolitische Konflikte und deren wirtschaftliche Auswirkungen, die zu einer Abschwächung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung führten. In der Folge stiegen Bau- und Materialkosten sowie das Zinsniveau deutlich an, was sich dämpfend auf die Nachfrage im Immobilienmarkt auswirkte und zu rückläufigen Umsatzerlösen führte. Demgegenüber blieb die Nachfrage hessischer Kommunen nach Leistungen im Rahmen der Bodenbevorratung auf hohem Niveau. Seit 2023 wurden mehr als 40 neue Aufträge für den Erwerb von Flächen zur Entwicklung künftiger Wohn- und Gewerbegebiete beurkundet, mit einem geplanten Investitionsvolumen von über 60 Mio. EUR. Insgesamt investierte die Gesellschaft in den letzten drei Jahren rund 230 Mio. EUR in den Erwerb neuer Flächen sowie in die Erschließung zukünftiger Baugebiete. Zusätzlich ergaben sich Zahlungsverpflichtungen gegenüber Kommunen aus BBV-Abrechnungen in mehrstelliger Millionenhöhe, sodass sich die gesamten Ausgaben im genannten Zeitraum auf über 251 Mio. EUR beliefen. Dem standen Umsatzerlöse von rund 143 Mio. EUR gegenüber. Der daraus resultierende Finanzierungsbedarf betrug insgesamt etwa 108 Mio. EUR. Infolge dieser Entwicklung stiegen die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten seit Ende 2023 um rund 86 Mio. EUR auf fast 143 Mio. EUR. Der Anstieg resultiert im Wesentlichen aus der Aufnahme mittel- und langfristiger, durch Bürgschaften des Landes Hessen gesicherter Finanzierungsdarlehen, die überwiegend als endfällige Darlehen ohne Zinsänderungsrisiko ausgestaltet sind. Insgesamt beträgt das landesverbürgte Kreditvolumen am Jahresende 125 Mio. EUR und erhöhte sich seit Anfang 2024 um rund 90 Mio. EUR. Im Geschäftsjahr 2025 wurde im Zuge der Refinanzierung eines Anfang 2025 fälligen Kredits über 25,0 Mio. EUR ein Darlehen in Höhe von 60,0 Mio. EUR aufgenommen. Neben den landesverbürgten Darlehen wurden bestehende Kontokorrentlinien bei der Helaba und der Kasseler Sparkasse bei Bedarf zur kurzfristigen Liquiditätssicherung in Anspruch genommen. Trotz der gestiegenen Mittelabflüsse war die Liquiditätsversorgung im gesamten Berichtszeitraum sichergestellt. Die Gesellschaft war jederzeit in der Lage, ihren Zahlungsverpflichtungen ordnungsgemäß und fristgerecht nachzukommen. #Bilanzsumme Im Geschäftsjahr 2025 erhöhte sich die Bilanzsumme um 29,5 Mio. EUR bzw. 9,9 % auf 327,3 Mio. EUR zum Jahresende (i. V.: 297,8 Mio. EUR). Der Anstieg ist im Wesentlichen auf die Entwicklung im Bereich der Bodenbevorratung zurückzuführen. Dabei erhöhten sich auf der Aktivseite insbesondere die Vorräte infolge der anhaltenden Investitionstätigkeit um 33,6 Mio. EUR, während sich auf der Passivseite die Verbindlichkeiten um 40,6 Mio. EUR ausweiteten. #Vermögenslage Die Vermögenslage der Hessischen Landgesellschaft mbH stellt sich insgesamt als geordnet dar. Aufgrund des Anstiegs der Bilanzsumme verringerte sich die Eigenkapitalquote im Geschäftsjahr 2025 gegenüber dem Vorjahr um 3,7 Prozentpunkte auf rund 33,4 % zum Bilanzstichtag. Das Eigenkapital, einschließlich der Ausgleichsrücklage, reduzierte sich im Berichtsjahr infolge des ausgewiesenen Jahresfehlbetrags um 1,4 Mio. EUR auf 109,2 Mio. EUR (i. V.: 110,6 Mio. EUR).
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