Hessische Landgesellschaft mbH Geschäftsbericht 2025 40 Lagebericht 24) Vgl. https://gemeinschaftsdiagnose.de/2026/04/01/gemeinschaftsdiagnose-fruehjahr-2026-energiepreisschock-ueberlagert-fiskalimpulswachstumskra efte-versiegen/ sowie https://www.imk-boeckler.de/de/pressemitteilungen-15992-imk-prognostiziert-1-2-prozentwirtschaftswachstumfuer-2026-73893.htm. 25) Vgl. https://www.ifo.de/fakten/2026-03-12/ifo-konjunkturprognosefruehjahr-2026-folgen-des-iran-krieges-daempfen-erholung. 26) Vgl. https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2026/04/ PD26_127_611.html. 27) Vgl. https://iab.de/presseinfo/iab-prognose-fuer-2025-2026-arbeitsmarkt-profitiert-von-fiskalpaketen-wird-aber-durch-dendemografischen-wandel-gebremst/#:~:text=Im%20Jahresverlauf%202026%20wird%20es,20 26%2Derstmalig%2Dab/;https://statistik.arbeitsagentur.de/Statistikdaten/ Detail/202603/arbeitsmarktberichte/monatsbericht-monatsbericht/ monatsbericht-d-0-202603-pdf.pdf?__blob=publicationFile&v=1. IV. Prognosebericht #Allgemeine Prognosen Für das Jahr 2026 wird für die deutsche Wirtschaft eine verhaltene konjunkturelle Entwicklung erwartet. Auf Basis aktueller Konjunkturprognosen führender Wirtschaftsforschungsinstitute bewegt sich das Wachstum des preisbereinigten Bruttoinlandsprodukts in einer Bandbreite von 0,6 % bis 1,2 %.24 Die wirtschaftliche Dynamik wird dabei insbesondere durch binnenwirtschaftliche Impulse beeinflusst, vor allem durch eine expansiver ausgerichtete Fiskalpolitik sowie steigende öffentliche Ausgaben in den Bereichen Infrastruktur, Klimaschutz und Verteidigung. Demgegenüber bestehen weiterhin konjunkturelle Risiken, insbesondere infolge des seit Beginn des Jahres 2026 zu beobachtenden Anstiegs der Energiepreise im Zusammenhang mit geopolitischen Spannungen im Nahen Osten, der dämpfend auf die wirtschaftliche Entwicklung wirkt. In Abhängigkeit vom weiteren Verlauf ergeben sich unterschiedliche Szenarien, die eine Fortsetzung der moderaten Erholung bei kurzfristiger Entspannung bzw. eine Abschwächung bei anhaltend erhöhtem Energiepreisniveau implizieren.25 Die Inflationsrate verbleibt voraussichtlich auf einem gegenüber früheren Erwartungen erhöhten Niveau und lag zuletzt bei rund 2,7 %,26 was die Kaufkraft der privaten Haushalte und damit den privaten Konsum dämpft. Der Arbeitsmarkt reagiert weiterhin zeitverzögert auf die konjunkturelle Entwicklung; für das Jahr 2026 wird zunächst ein Anstieg der Arbeitslosigkeit mit einem Wendepunkt im Jahresverlauf und anschließender Stabilisierung erwartet.27 Darüber hinaus wird die wirtschaftliche Entwicklung durch strukturelle Rahmenbedingungen beeinflusst; hierzu zählen insbesondere ein anhaltender Fachkräftebedarf sowie eine weiterhin erhöhte Anzahl von Unternehmensinsolvenzen, die im Jahr 2025 gegenüber dem Vorjahr deutlich angestiegen sind.28 Insgesamt wird das Jahr 2026 als Übergangsphase mit moderatem Wachstum und erhöhten Unsicherheiten eingeordnet; eine breit angelegte und selbsttragende konjunkturelle Dynamik ist auf Basis der aktuellen Prognosen derzeit nicht ersichtlich.29 Vor dem Hintergrund der dargestellten gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen und der damit verbundenen Unsicherheiten lassen sich derzeit keine verlässlichen Aussagen über die mittel- bis langfristigen Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Hessischen Landgesellschaft mbH treffen. Die nachfolgenden Prognosen zur Entwicklung der einzelnen Geschäftsfelder basieren daher auf den dargestellten makroökonomischen Annahmen für das Geschäftsjahr 2026 und erfolgen unter dem Vorbehalt wesentlicher gesamtwirtschaftlicher Einflussfaktoren. #Prognose Bodenbevorratung Für das Geschäftsjahr 2026 wird im Bereich der Bodenbevorratung weiterhin von einem anspruchsvollen und durch erhöhte externe Unsicherheiten geprägten Marktumfeld ausgegangen. Die Preise für Wohnimmobilien sind im Jahr 2025 erstmals seit mehreren Jahren wieder angestiegen (ca. +3,2 % gegenüber dem Vorjahr).30 Für den Prognosezeitraum wird eine Fortsetzung dieses moderaten Wachstumstrends erwartet, wobei regionale Unterschiede bestehen und insbesondere ländliche Regionen eine vergleichsweise höhere Dynamik aufweisen. Die Nachfrage nach Wohnraum bleibt insgesamt auf einem hohen Niveau, während weiterhin ein strukturelles Angebotsdefizit besteht. Zwar ist bei den Baugenehmigungen im Jahr 2025 erstmals seit 2021 wieder ein Anstieg zu verzeichnen (238.500 genehmigte Wohnungen; +10,8 % gegenüber dem Vorjahr), jedoch erfolgt dieser Zuwachs ausgehend von einem niedrigen Vorjahresniveau und ist für sich genommen nicht ausreichend, um den bestehenden Wohnraumbedarf zu decken.31 Aktuelle Daten für den Jahresbeginn 2026 bestätigen einen moderaten Aufwärtstrend (+8,4 % im Januar gegenüber dem Vorjahresmonat), der als Frühindikator für eine Stabilisierung der Bauaktivität gewertet werden kann.32 Vor dem Hintergrund weiterhin erhöhter Bau- und Finanzierungskosten sowie regulatorischer Anforderungen ist davon auszugehen, dass die Neubautätigkeit insgesamt unter dem zur nachhaltigen Marktentspannung erforderlichen Niveau bleibt. Ein wesentlicher Einflussfaktor für die weitere Marktentwicklung ergibt sich aus den gesamtwirtschaftlichen und geopolitischen Rahmenbedingungen. Geopolitische Spannungen im Jahr 2026, insbesondere im Zusammenhang mit dem Iran-Konflikt, wirken über steigende Energiepreise inflationssteigernd und beeinflussen mittelbar das Zinsumfeld.33 In der Folge sind die Kapitalmarkt- und Bauzinsen zuletzt gestiegen und verbleiben auf einem 28) Vgl. https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2026/03/ PD26_085_52411.html. 29) Vgl. https://gemeinschaftsdiagnose.de/2026/04/01/gemeinschaftsdiagnose-fruehjahr-2026-energiepreisschock-ueberlagert-fiskalimpulswachstumskra efte-versiegen/ sowie https://www.ifo.de/fakten/2026-03-12/ifo-konjunkturprognose-fruehjahr-2026-folgen-des-irankrieges-daempfen-erholung. 30) Vgl. https://www.destatis.de/DE/Themen/Wirtschaft/Preise/BaupreiseImmobilienpreisindex/_inhalt.html. 31) Vgl. https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2026/02/ PD26_052_3111.html. 32) Vgl. https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2026/03/ PD26_088_3111.html?templateQueryString=Baugenehmigungen. 33) Vgl. https://www.bundesbank.de/de/publikationen/forschung/researchbrief/2023-62-energiepreise-und-inflationserwartungen-662742.
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