HLG Geschäftsbericht 2025

Hessische Landgesellschaft mbH Geschäftsbericht 2025 11 Herr Sczech, wenn von Infrastruktur die Rede ist, denken viele zuerst an Straßen. Tatsächlich geht es heute um deutlich mehr. Sczech: Infrastruktur umfasst heute längst nicht mehr nur Straßen. Dazu gehören Energie- und Wärmenetze, Stromtrassen, Wasser- und Abwasserleitungen, Telekommunikation oder Hochwasserschutz. Infrastruktur funktioniert heute als Gesamtsystem – all diese Bereiche greifen ineinander. Je komplexer dieses Zusammenspiel wird, desto wichtiger wird ein integriertes Flächenmanagement. Denn jedes Infrastrukturprojekt muss unterschiedliche Interessen miteinander in Einklang bringen – Eigentum, Landwirtschaft, Naturschutz, Gewässerentwicklung und die Bedürfnisse der Menschen vor Ort. Herr Dr. Kunzelmann, warum ist die HLG gerade hier ein gefragter Partner? Dr. Kunzelmann: Weil wir Infrastruktur ganzheitlich betrachten. Was vor Jahrzehnten mit dem Grunderwerb für den Straßenbau begann, hat sich zu einem umfassenden Kompetenzzentrum für Flächenmanagement entwickelt. Wir begleiten Infrastrukturprojekte von der Flächensicherung über die Bodenordnung bis hin zu naturschutzrechtlichen Ausgleichsmaßnahmen. Dabei profitieren unsere Auftraggeber von einem interdisziplinären Team und von unserer langjährigen Erfahrung. Wir kennen die Anforderungen der Projektträger ebenso wie die Perspektiven der Eigentümer, Kommunen und Fachbehörden. Diese Vermittlerrolle zeichnet die HLG aus. Herr Dr. Kunzelmann, die Landwirtschaft trägt die Hessische Landgesellschaft bereits im Namen. Welche Bedeutung hat sie heute noch? Dr. Kunzelmann: Eine sehr große. Die Landwirtschaft gehört zu unseren Wurzeln – und sie bleibt ein zentrales Handlungsfeld der HLG. Sie sichert unsere Ernährung, prägt unsere Kulturlandschaft und trägt wesentlich zur Entwicklung des ländlichen Raums bei. Gleichzeitig steht sie vor großen Herausforderungen: Klimawandel, Flächenkonkurrenz und steigende Anforderungen verlangen nach langfristigen Lösungen. Unsere Aufgabe ist es, Landwirtschaft, Kommunen und Land dabei zu unterstützen, diese Veränderungen gemeinsam zu gestalten. Herr Sczech, wie unterstützt die HLG die Landwirtschaft dabei ganz konkret? Sczech: Landwirtschaft, Naturschutz, Infrastruktur und kommunale Entwicklung lassen sich heute nicht mehr getrennt betrachten. Unsere Aufgabe ist es, unterschiedliche Interessen zusammenzuführen und gemeinsam mit den Beteiligten tragfähige Lösungen zu entwickeln. Früher waren Dörfer vor allem durch die Landwirtschaft geprägt. Heute sollen sie gleichzeitig attraktiver Wohnort, Wirtschaftsstandort und Lebensraum sein – mit moderner Infrastruktur, guter Mobilität und einem hohen Anspruch an Umwelt- und Lebensqualität. Genau in diesem Spannungsfeld bringen wir unsere Kompetenz im landwirtschaftlichen Bauwesen und im integrierten Flächenmanagement ein. So eröffnen wir landwirtschaftlichen Betrieben langfristige Entwicklungsperspektiven und schaffen Lösungen, die auch den Bedürfnissen der Menschen vor Ort gerecht werden. In der öffentlichen Debatte wird Landwirtschaft häufig vor allem mit Fördermitteln in Verbindung gebracht. Wird ihr gesellschaftlicher Wert dabei manchmal unterschätzt? Dr. Kunzelmann: Davon bin ich überzeugt. Landwirtschaft bedeutet weit mehr als Lebensmittelproduktion. Sie steht für Versorgungssicherheit, regionale Wertschöpfung und den Erhalt unserer Kulturlandschaft. Die vergangenen Jahre haben uns gezeigt, wie verletzlich globale Lieferketten sein können. Deshalb gehört eine leistungsfähige heimische Landwirtschaft für mich genauso zur kritischen Infrastruktur wie Energie oder Wasser. Sie zu stärken, ist ein wichtiger Teil unseres öffentlichen Auftrags. Herr Dr. Kunzelmann, all diese Aufgaben lassen sich nur mit hochqualifizierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern bewältigen. Wie gelingt es der HLG, auch künftig die richtigen Menschen zu gewinnen? Dr. Kunzelmann: Die Vielfalt unserer Aufgaben ist unsere größte Stärke – und zugleich unsere größte Attraktivität als Arbeitgeberin. Bei uns arbeiten Menschen unterschiedlichster Fachrichtungen gemeinsam an Projekten, die einen unmittelbaren Nutzen für die Gesellschaft haben. Viele kommen wegen einer spannenden Aufgabe zu uns und bleiben, weil sie bei uns Verantwortung übernehmen und eine Unternehmenskultur vorfinden, die wie in einem Familienbetrieb funktioniert: Man passt aufeinander auf. Verantwortung für Hessen – heute und morgen  Wir investieren heute in die Handlungsspielräume der Kommunen von morgen. Sascha Wagner

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