HLG Geschäftsbericht 2025

Geschäftsbericht für das Jahr 2025 Auf gutem Grund.

Hessische Landgesellschaft mbH Geschäftsbericht 2025 3 Inhalt Inhalt  Über uns 4 Grundlagen des Unternehmens 5 Gesellschafter 6 Organe der Gesellschaft 7 Verantwortung für Hessen – heute und morgen: Ein Gespräch über Daseinsvorsorge, Lebensräume und Zukunftsgestaltung 8 Das Geschäftsjahr 2025 14 Lagebericht 2025 16 I. Grundlagen des Unternehmens 16 II. Wirtschaftsbericht 16 1. Gesamtwirtschaftliche Rahmenbedingungen 16 2. Branchenbezogene Rahmenbedingungen 17 3. Geschäftsverlauf 18 1) Baulandentwicklung und Kommunalbetreuung 18 2) Landwirtschaft und Naturschutz 23 3) Flächenmanagement und Liegenschaftsverwaltung 27 4. Finanzielle Leistungsindikatoren 30 5. Nichtfinanzielle Leistungsindikatoren 32 III. Chancen- und Risikobericht 36 IV. Prognosebericht 40 Wichtige Kennzahlen 44 Jahresabschluss für das Jahr 2025 45  Bilanz zum 31. Dezember 2025 46  Gewinn- und Verlustrechnung 48  Anhang 49 Bestätigungsvermerk des Abschlussprüfers 56 Bericht des Aufsichtsrates für das Jahr 2025 60 Ihre Notizen 62 Impressum 64

Hessische Landgesellschaft mbH Geschäftsbericht 2025 4 Kassel Gießen Mörfelden- Walldorf  Über uns Hauptgeschäftsstelle Kassel Wilhelmshöher Allee 157–159 34121 Kassel Telefon (0561) 3085-0 Telefax (0561) 3085-153 Geschäftsstelle Gießen Aulweg 43–45 35392 Gießen Telefon (0641) 93216-0 Telefax (0641) 390989 Geschäftsstelle Mörfelden-Walldorf Nordendstraße 44 64546 Mörfelden-Walldorf Telefon (06105) 4099-0 Telefax (06105) 4099-30 Über uns In ganz Hessen für Sie da Unsere kompetenten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind immer in Ihrer Nähe. Die Hauptgeschäftsstelle der Hessischen Landgesellschaft mbH (HLG) befindet sich in Kassel, aber auch in unseren Büros in Gießen und Mörfelden-Walldorf sind wir für Sie da – sprechen Sie uns einfach an. Wir freuen uns auf Ihren Besuch. www.hlg.org Xing So erreichen Sie uns Unsere Standorte info@hlg.org LinkedIn

Hessische Landgesellschaft mbH Geschäftsbericht 2025 5 Grundlagen des Unternehmens Hessische Landgesellschaft mbH Grundlagen des Unternehmens  Aufgaben der Gesellschaft Die Hessische Landgesellschaft mbH ist das gemeinnützige Siedlungsunternehmen des Landes Hessen im Sinne des Reichssiedlungsgesetzes. Als gemeinnütziges Siedlungsunternehmen führt die HLG insbesondere Maßnahmen der Siedlung, der Agrarstrukturverbesserung und der Landentwicklung, der Landbeschaffung oder sonstige gesetzlich zugewiesene Aufgaben durch. Zweck der Gesellschaft ist vorwiegend die Entwicklung des ländlichen Raums. Der Gegenstand der Gesellschaft wird insbesondere verwirklicht durch: ■ die ländliche Siedlung sowie alle Maßnahmen der Agrarstrukturverbesserung ■ die Eingliederung von Aus- und Übersiedlern nach dem Bundesvertriebenengesetz ■ die Bodenbevorratung für öffentliche, agrarstrukturelle und ökologische Zwecke in Hessen ■ die An- und Verpachtung von Flächen für Zwecke des Naturschutzes und der Landschaftspflege ■ die Planung und Durchführung von Maßnahmen für die allgemeine Strukturverbesserung im ländlichen Raum ■ die Tätigkeit als Beauftragte von Gemeinden bei der Vorbereitung und Durchführung von Sanierungs- und Entwicklungsmaßnahmen sowie Verfahren der einfachen Stadterneuerung (einschließlich der Betreuung der Eigentümer) ■ die Tätigkeit als Beauftragte Dritter u. a . in den Bereichen Flächenmanagement, Liegenschaftsverwaltung, Bodenordnung, Natur- und Klimaschutz, Energie und im Rahmen der Wahrnehmung öffentlich-rechtlicher Aufgaben ■ Gemeinnützige Siedlungsgesellschaft des Landes Hessen ■ Staatliche Treuhandstelle für ländliche Bodenordnung ■ Sanierungs- und Entwicklungsträger nach dem Baugesetzbuch ■ Ökoagentur für Hessen ■ Domänenverwaltung für das Land Hessen ■ Flächenmanagement Straßenbau für das Land Hessen

Hessische Landgesellschaft mbH Geschäftsbericht 2025 6  Gesellschafter Gesellschafter Stammkapital in EUR 1. Land Hessen 2.232.002,00 2. Landesbank Hessen-Thüringen Girozentrale 1.337.810,00 3. Hessischer Bauernverband e. V. 12.672,00 4. Stadt Kassel 3.755,00 5. Kreisstadt Eschwege 939,00 6. Universitätsstadt Marburg 626,00 7. Stadt Fulda 626,00 8. Stadt Hadamar 388,00 9. Stadt Rüdesheim 320,00 10. Schwalm-Eder-Kreis 4.068,00 11. Landkreis Kassel 3.442,00 12. Werra-Meißner-Kreis 1.878,00 13. Landkreis Marburg-Biedenkopf 1.565,00 14. Landkreis Waldeck-Frankenberg 1.565,00 15. Landkreis Hersfeld-Rotenburg 1.252,00 16. Landkreis Fulda 939,00 17. Rheingau-Taunus-Kreis 770,00 Gesamt 3.604.617,00 6 Hessische Landgesellschaft mbH Geschäftsbericht 2025

Hessische Landgesellschaft mbH Geschäftsbericht 2025 7 Organe der Gesellschaft Geschäftsleitung Geschäftsführer Dr. Gerald Kunzelmann, Bensheim 1. Staatssekretärin Ines Fröhlich (ab 06. März 2025) – Vorsitzende des Aufsichtsrates – Hessisches Ministerium für Wirtschaft, Energie, Verkehr, Wohnen und ländlichen Raum Kaiser-Friedrich-Ring 75 65185 Wiesbaden Staatssekretär Umut Sönmez (bis 06. März 2025) Hessisches Ministerium für Wirtschaft, Energie, Verkehr, Wohnen und ländlichen Raum Kaiser-Friedrich-Ring 75 65185 Wiesbaden 2. Stefan Hohmann – Stellvertretender Vorsitzender des Aufsichtsrates – Hessische Landgesellschaft mbH Aulweg 43-45 35392 Gießen 3. Staatssekretär Michael Ruhl (ab 07. November 2025) Hessisches Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt, Weinbau, Forsten, Jagd und Heimat Mainzer Straße 80 65189 Wiesbaden Staatssekretär Daniel Köfer (bis 07. November 2025) Hessisches Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt, Weinbau, Forsten, Jagd und Heimat Mainzer Straße 80 65189 Wiesbaden 4. Ministerialdirigent Elmar Damm Hessisches Ministerium der Finanzen Friedrich-Ebert-Allee 8 65185 Wiesbaden 5. Sprecher der Geschäftsleitung Gottfried Milde Wirtschafts- und Infrastrukturbank Hessen Strahlenbergerstraße 11 63067 Offenbach am Main 6. Abteilungsleiterin Ayben Holstein Wirtschafts- und Infrastrukturbank Hessen Strahlenbergerstraße 11 63067 Offenbach am Main 7. Stellvertretender Generalsekretär Björn Schöbel Hessischer Bauernverband e. V. Taunusstraße 151 61381 Friedrichsdorf/Taunus 8. Vize-Landrätin Silke Engler Landkreis Kassel Wilhelmshöher Allee 19-21 34117 Kassel Aufsichtsrat (Stand: 31.12.2025) Organe der Gesellschaft  Handelsregister Registergericht, Kassel HRB 2632 Prokuristen Gero Sczech, Bad Wildungen Sascha Wagner, Kaufungen

Hessische Landgesellschaft mbH Geschäftsbericht 2025 8  Verantwortung für Hessen – heute und morgen Herr Dr. Kunzelmann, wir leben in einer Welt im Umbruch. Wirtschaftliche Unsicherheiten, Klimawandel, Wohnraummangel und geopolitische Krisen prägen unseren Alltag. Wie geht es der Hessischen Landgesellschaft in dieser Zeit? Dr. Kunzelmann: Auch wir stehen nicht außerhalb der Entwicklungen, sondern erleben sie hier in Hessen unmittelbar mit. Deshalb erleben wir die wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Veränderungen ebenso wie unsere Partner. In solchen Zeiten braucht es Verlässlichkeit, Erfahrung und langfristiges Denken. Dafür steht die Hessische Landgesellschaft seit mehr als 100 Jahren. Die Themen haben sich verändert. Unser Auftrag bleibt: Wir schaffen die Grundlagen dafür, dass sich Hessen nachhaltig entwickeln kann. Und das beginnt, lange bevor der erste Bagger anrollt. Herr Wagner, wie spiegeln sich diese Veränderungen in der Geschäftsentwicklung der HLG wider? Wagner: Natürlich bleiben die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen nicht ohne Auswirkungen auf unsere Geschäftstätigkeit. Hohe Bau- und Finanzierungskosten sowie die Zurückhaltung am Grundstücks- und Immobilienmarkt prägen derzeit viele Bereiche. Unsere Geschäftsentwicklung zeigt, dass sich die Nachfrage verändert. Rückläufige Transaktionen bedeuten nicht automatisch weniger Perspektiven. Das wäre zu kurz gedacht. Zahlreiche Projekte stehen vor dem Abschluss, gleichzeitig eröffnen sich heute wieder Möglichkeiten, den Flächenbestand nachhaltig aufzubauen. Genau darin liegt unsere langfristige Stärke. Geschäftsleitung v. l. n. r.: Gero Sczech, Dr. Gerald Kunzelmann, Sascha Wagner Verantwortung für Hessen – heute und morgen Ein Gespräch über Daseinsvorsorge, Lebensräume und Zukunftsgestaltung

Hessische Landgesellschaft mbH Geschäftsbericht 2025 9 Verantwortung für Hessen – heute und morgen  Liegen in der derzeitigen Marktsituation auch Chancen für die HLG? Dr. Kunzelmann: Ja, durchaus. Gerade in anspruchsvollen Zeiten zeigt sich, dass die Vielfalt unserer Aufgaben eine große Stärke ist. Während sich einzelne Geschäftsfelder unterschiedlich entwickeln, bleibt der Bedarf an einer leistungsfähigen Partnerin für Land und Kommunen hoch. Unsere Arbeit orientiert sich nicht an kurzfristigen Marktzyklen, sondern an langfristigen öffentlichen Aufgaben. Wagner ergänzt: Besonders deutlich wird das in der Bodenbevorratung. Gerade in ruhigeren Marktphasen können wir das tun, wofür sie geschaffen wurde: Flächen langfristig sichern und Entwicklung ermöglichen. Während viele Marktteilnehmer kurzfristig handeln, denken wir in Generationen. Natürlich müssen auch wir wirtschaftlich erfolgreich arbeiten. Unser Erfolg bemisst sich aber nicht allein am Jahresergebnis. Erfolg bedeutet für uns, den Kommunen die Flächen zu sichern, die sie für ihre künftige Entwicklung brauchen. Herr Wagner, was bedeutet das konkret? Wagner: Der Grundstücksmarkt befindet sich in einer Phase der Neuorientierung. Die Nachfrage nach Bauland ist zurückhaltender geworden, gleichzeitig steigt aber die Nachfrage der Kommunen nach unseren Dienstleistungen. Wohnraumbedarf und Siedlungsentwicklung bleiben langfristige Aufgaben – unabhängig von konjunkturellen Schwankungen. Man darf kurzfristige Umsatzentwicklungen nicht mit langfristigem Erfolg verwechseln. Über viele Jahre haben wir unseren Flächenbestand kontinuierlich abgebaut. Jetzt eröffnet uns der Markt erstmals wieder die Möglichkeit, ihn schrittweise aufzufüllen. Das ist keine Schwäche unseres Geschäfts, sondern Ausdruck einer langfristig angelegten Strategie. Wir investieren heute in die Handlungsspielräume der Kommunen von morgen. Dr. Gerald Kunzelmann CEO / Geschäftsführer Seit 2019 Im Unternehmen seit 2019 | 60 Jahre Gero Sczech Fachbereichsleiter Domänenverwaltung Prokurist (seit 2011) Im Unternehmen seit 2002 | 61 Jahre Sascha Wagner CFO / Fachbereichsleiter Zentraler Service Prokurist (seit 2020) Im Unternehmen seit 1998 | 51 Jahre

Hessische Landgesellschaft mbH Geschäftsbericht 2025 10 Unsere Aufgabe ist es, die nächste Generation frühzeitig einzubinden und ihr Verantwortung zu übertragen. Und dann müssen wir sie auch machen lassen. Dr. Gerald Kunzelmann Sie sprechen von langfristigen Handlungsspielräumen für die Kommunen. Daseinsvorsorge klingt für manche nach einem traditionellen Begriff. Ist sie heute nicht vielmehr der Schlüssel, um Kommunen neue Gestaltungsräume zu eröffnen? Sczech: Der Begriff ist nicht neu. Seine Bedeutung ist heute aktueller denn je. Daseinsvorsorge bedeutet, heute die Voraussetzungen für eine lebenswerte Zukunft zu schaffen. Weil Flächen begrenzt sind und die Anforderungen an ihre Nutzung wachsen, braucht es jemanden, der langfristig denkt und unterschiedliche Interessen zusammenführt. Genau diese Aufgabe übernimmt die HLG. Herr Dr. Kunzelmann, was heißt das ganz konkret? Dr. Kunzelmann: Wir schaffen die Voraussetzungen, damit Städte und Gemeinden ihre Entwicklung selbst gestalten können. Mit der Bodenbevorratung legen wir die Grundlage für Wohnraum, Gewerbe, Infrastruktur, Landwirtschaft und Naturschutz. Es geht dabei niemals allein um Grundstücke. Es geht darum, Entwicklung langfristig möglich zu machen. Wir sprechen hier über Perspektiven von Jahrzehnten, wenn nicht Jahrhunderten. Deshalb ist Daseinsvorsorge für uns kein abstrakter Begriff, sondern tägliche Praxis. Sie beschreibt den Kern unseres Auftrags und unsere Verantwortung gegenüber Hessen. Herr Dr. Kunzelmann, viele Kommunen stehen heute vor immer komplexeren Aufgaben. Welche Rolle übernimmt die HLG dabei? Dr. Kunzelmann: Die Anforderungen an die öffentliche Hand wachsen kontinuierlich – gleichzeitig werden die Aufgaben immer anspruchsvoller. Viele Kommunen verfügen nicht über die personellen oder fachlichen Ressourcen, um große Entwicklungsprojekte allein zu stemmen. Hier unterstützen wir sie. Nicht indem wir Verantwortung übernehmen, sondern indem wir Kommunen in die Lage versetzen, ihre Verantwortung erfolgreich wahrzunehmen. Können Sie das an einem Beispiel erläutern? Sczech: Ein gutes Beispiel ist die Gewässerentwicklung. Im Rahmen der Landesprogramme „100 Wilde Bäche für Hessen“ und „Gewässermanagement als Unterstützungsleistung für Gewässerunterhaltungspflichtige 2025 ff.“ begleiten wir Kommunen bei der Umsetzung der europäischen Wasserrahmenrichtlinie. Dafür braucht es weit mehr als wasserbauliches Know-how. Erfolgreiche Gewässerentwicklung ist Teamarbeit unterschiedlichster Fachrichtungen. Wir haben Wasserbauer, Geographen, Umweltingenieure, Biologen und Projektsteuerer, die es in dieser fachlichen Zusammensetzung in Hessen kaum ein zweites Mal gibt. Dieses Zusammenspiel unterschiedlicher Fachkompetenzen ermöglicht es uns, Kommunen auch bei anspruchsvollen Projekten zuverlässig zu begleiten. Herr Wagner, Klimaschutz, Biodiversität und wirtschaftliche Entwicklung werden häufig als Gegensätze dargestellt. Erleben Sie das auch so? Wagner: Nein. Unsere Erfahrung zeigt vielmehr, dass nachhaltige Entwicklung nur gelingt, wenn ökologische und wirtschaftliche Interessen gemeinsam gedacht werden. Deshalb wächst die Nachfrage nach den Leistungen unserer Ökoagentur seit Jahren kontinuierlich. Land und Kommunen investieren bewusst in Natur- und Artenschutz. Gleichzeitig schaffen sie damit die Voraussetzungen für Wohnungsbau, Gewerbeansiedlungen oder Infrastrukturprojekte. Diese Verbindung herzustellen, gehört heute zu unseren wichtigsten Aufgaben. Herr Sczech, was bedeutet das in der Praxis? Sczech: Wir begleiten Projekte von der Flächensicherung über die Planung bis zur Umsetzung und zum langfristigen Monitoring. Dazu gehören Renaturierungsmaßnahmen ebenso wie Aufforstungen oder der Arten- und Biotopschutz. Unsere Auftraggeber schätzen, dass wir Projekte von der ersten Idee bis zur Umsetzung begleiten. Diese durchgängige Betreuung macht viele Vorhaben überhaupt erst möglich. So entstehen Lösungen, die sowohl den Anforderungen des Naturschutzes als auch den Entwicklungszielen der Kommunen gerecht werden.  Verantwortung für Hessen – heute und morgen

Hessische Landgesellschaft mbH Geschäftsbericht 2025 11 Herr Sczech, wenn von Infrastruktur die Rede ist, denken viele zuerst an Straßen. Tatsächlich geht es heute um deutlich mehr. Sczech: Infrastruktur umfasst heute längst nicht mehr nur Straßen. Dazu gehören Energie- und Wärmenetze, Stromtrassen, Wasser- und Abwasserleitungen, Telekommunikation oder Hochwasserschutz. Infrastruktur funktioniert heute als Gesamtsystem – all diese Bereiche greifen ineinander. Je komplexer dieses Zusammenspiel wird, desto wichtiger wird ein integriertes Flächenmanagement. Denn jedes Infrastrukturprojekt muss unterschiedliche Interessen miteinander in Einklang bringen – Eigentum, Landwirtschaft, Naturschutz, Gewässerentwicklung und die Bedürfnisse der Menschen vor Ort. Herr Dr. Kunzelmann, warum ist die HLG gerade hier ein gefragter Partner? Dr. Kunzelmann: Weil wir Infrastruktur ganzheitlich betrachten. Was vor Jahrzehnten mit dem Grunderwerb für den Straßenbau begann, hat sich zu einem umfassenden Kompetenzzentrum für Flächenmanagement entwickelt. Wir begleiten Infrastrukturprojekte von der Flächensicherung über die Bodenordnung bis hin zu naturschutzrechtlichen Ausgleichsmaßnahmen. Dabei profitieren unsere Auftraggeber von einem interdisziplinären Team und von unserer langjährigen Erfahrung. Wir kennen die Anforderungen der Projektträger ebenso wie die Perspektiven der Eigentümer, Kommunen und Fachbehörden. Diese Vermittlerrolle zeichnet die HLG aus. Herr Dr. Kunzelmann, die Landwirtschaft trägt die Hessische Landgesellschaft bereits im Namen. Welche Bedeutung hat sie heute noch? Dr. Kunzelmann: Eine sehr große. Die Landwirtschaft gehört zu unseren Wurzeln – und sie bleibt ein zentrales Handlungsfeld der HLG. Sie sichert unsere Ernährung, prägt unsere Kulturlandschaft und trägt wesentlich zur Entwicklung des ländlichen Raums bei. Gleichzeitig steht sie vor großen Herausforderungen: Klimawandel, Flächenkonkurrenz und steigende Anforderungen verlangen nach langfristigen Lösungen. Unsere Aufgabe ist es, Landwirtschaft, Kommunen und Land dabei zu unterstützen, diese Veränderungen gemeinsam zu gestalten. Herr Sczech, wie unterstützt die HLG die Landwirtschaft dabei ganz konkret? Sczech: Landwirtschaft, Naturschutz, Infrastruktur und kommunale Entwicklung lassen sich heute nicht mehr getrennt betrachten. Unsere Aufgabe ist es, unterschiedliche Interessen zusammenzuführen und gemeinsam mit den Beteiligten tragfähige Lösungen zu entwickeln. Früher waren Dörfer vor allem durch die Landwirtschaft geprägt. Heute sollen sie gleichzeitig attraktiver Wohnort, Wirtschaftsstandort und Lebensraum sein – mit moderner Infrastruktur, guter Mobilität und einem hohen Anspruch an Umwelt- und Lebensqualität. Genau in diesem Spannungsfeld bringen wir unsere Kompetenz im landwirtschaftlichen Bauwesen und im integrierten Flächenmanagement ein. So eröffnen wir landwirtschaftlichen Betrieben langfristige Entwicklungsperspektiven und schaffen Lösungen, die auch den Bedürfnissen der Menschen vor Ort gerecht werden. In der öffentlichen Debatte wird Landwirtschaft häufig vor allem mit Fördermitteln in Verbindung gebracht. Wird ihr gesellschaftlicher Wert dabei manchmal unterschätzt? Dr. Kunzelmann: Davon bin ich überzeugt. Landwirtschaft bedeutet weit mehr als Lebensmittelproduktion. Sie steht für Versorgungssicherheit, regionale Wertschöpfung und den Erhalt unserer Kulturlandschaft. Die vergangenen Jahre haben uns gezeigt, wie verletzlich globale Lieferketten sein können. Deshalb gehört eine leistungsfähige heimische Landwirtschaft für mich genauso zur kritischen Infrastruktur wie Energie oder Wasser. Sie zu stärken, ist ein wichtiger Teil unseres öffentlichen Auftrags. Herr Dr. Kunzelmann, all diese Aufgaben lassen sich nur mit hochqualifizierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern bewältigen. Wie gelingt es der HLG, auch künftig die richtigen Menschen zu gewinnen? Dr. Kunzelmann: Die Vielfalt unserer Aufgaben ist unsere größte Stärke – und zugleich unsere größte Attraktivität als Arbeitgeberin. Bei uns arbeiten Menschen unterschiedlichster Fachrichtungen gemeinsam an Projekten, die einen unmittelbaren Nutzen für die Gesellschaft haben. Viele kommen wegen einer spannenden Aufgabe zu uns und bleiben, weil sie bei uns Verantwortung übernehmen und eine Unternehmenskultur vorfinden, die wie in einem Familienbetrieb funktioniert: Man passt aufeinander auf. Verantwortung für Hessen – heute und morgen  Wir investieren heute in die Handlungsspielräume der Kommunen von morgen. Sascha Wagner

Hessische Landgesellschaft mbH Geschäftsbericht 2025 12 Wagner ergänzt: Ein Aspekt gewinnt aus meiner Sicht zunehmend an Bedeutung: Gerade junge Menschen möchten wissen, wofür sie arbeiten. Diese Frage können wir bei der HLG überzeugend beantworten. Unsere Projekte stiften einen direkten Mehrwert für die Gesellschaft – vom Wohnungsbau über den Natur- und Gewässerschutz bis hin zur Infrastruktur und zur Entwicklung des ländlichen Raums. Am Ende des Tages sieht man, wofür man gearbeitet hat. Das gibt unserer Arbeit einen Sinn, den viele junge Menschen heute ganz bewusst suchen. Herr Wagner, was zeichnet die HLG als Arbeitgeberin darüber hinaus aus? Wagner: Wir investieren bewusst in unsere Mitarbeitenden. Fachliche Qualifikation und persönliche Entwicklung gehören für uns untrennbar zusammen. Gleichzeitig schaffen wir moderne Arbeitsbedingungen und fördern den Austausch über Fachbereiche und Standorte hinweg. Denn die besten Lösungen entstehen dort, wo Menschen ihr Wissen miteinander teilen und gemeinsam Verantwortung übernehmen. Herr Sczech, die HLG hat einen eigenen Fachbereich IT geschaffen. Warum war dieser Schritt notwendig? Sczech: Die Digitalisierung ist heute eine strategische Voraussetzung für unsere Arbeit. Dabei geht es längst nicht mehr nur um funktionierende IT-Systeme. Informationssicherheit, Datenschutz, digitale Prozesse und ein professionelles Datenmanagement sind zu zentralen Erfolgsfaktoren geworden. Unsere IT war bereits viele Jahre ein wesentlicher Bestandteil des Zentralen Service. Mit den gewachsenen Anforderungen tragen wir ihrer strategischen Bedeutung nun auch organisatorisch Rechnung. Der neue Fachbereich schafft die Voraussetzungen, um diesen Anforderungen dauerhaft gerecht zu werden und die Digitalisierung der HLG gezielt weiterzuentwickeln. Herr Dr. Kunzelmann, was sagt dieser Schritt über die HLG aus? Dr. Kunzelmann: Vor allem, dass wir bereit sind, uns kontinuierlich weiterzuentwickeln. Die HLG lebt von Erfahrung – aber sie lebt genauso von der Bereitschaft, Bewährtes immer wieder zu hinterfragen. In einer Organisation, in der Routinen wichtig sind, um leistungsfähig zu bleiben, müssen wir gleichzeitig offen für Veränderungen sein. Genau diese Balance macht uns auch in Zukunft zu einem verlässlichen Partner für Land und Kommunen. Unsere Auftraggeber schätzen, dass wir Projekte von der ersten Idee bis zur Umsetzung begleiten. Gero Sczech  Verantwortung für Hessen – heute und morgen

Hessische Landgesellschaft mbH Geschäftsbericht 2025 13 Das Interview führte Claus Peter Müller von der Grün. V. l. n. r.: Gero Sczech, Dr. Gerald Kunzelmann, Sascha Wagner Herr Dr. Kunzelmann, wenn Sie auf die kommenden Jahre blicken: Was wird die wichtigste Aufgabe der HLG sein? Dr. Kunzelmann: Wenn ich auf die kommenden Jahre schaue, beschäftigt mich vor allem eine Frage: Wie gelingt es uns, Verantwortung an die nächste Generation weiterzugeben? Die HLG lebt vom Wissen, von der Erfahrung und vom Engagement ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Dieses Wissen weiterzugeben und gleichzeitig Raum für neue Ideen zu schaffen, ist für mich eine der entscheidenden Zukunftsaufgaben. Klagen über die vermeintlichen Schwächen der Jugend sind so alt wie die Menschheit. Ich sehe das anders. Jede Generation bringt engagierte und kluge Menschen hervor. Unsere Aufgabe ist es, sie frühzeitig einzubinden und ihnen Verantwortung zu übertragen. Und dann müssen wir sie auch machen lassen. Verantwortung für Hessen – heute und morgen 

Hessische Landgesellschaft mbH Geschäftsbericht 2025 14  Das Geschäftsjahr 2025

Hessische Landgesellschaft mbH Geschäftsbericht 2025 15 Das Geschäftsjahr 2025  Das Geschäftsjahr 2025  Lagebericht  Wichtige Kennzahlen

Hessische Landgesellschaft mbH Geschäftsbericht 2025 16 I. Grundlagen des Unternehmens Die Hessische Landgesellschaft mit beschränkter Haftung (HLG) ist seit ihrer Gründung im Jahr 1919 insbesondere mit der Durchführung von Siedlungs-, Agrarstrukturverbesserungs- und Landentwicklungsmaßnahmen betraut. Sie ist das gemeinnützige Siedlungsunternehmen des Landes Hessen im Sinne des Reichssiedlungsgesetzes (RSG) sowie staatliche Treuhandstelle für ländliche Bodenordnung. Der Sitz der Gesellschaft befindet sich in Kassel; sie ist unter der Nummer HRB 2632 im Handelsregister beim Amtsgericht Kassel eingetragen. Auf Grundlage der Größenmerkmale des § 267 Abs. 3 HGB ist die HLG als große Kapitalgesellschaft einzuordnen. Als gemeinnütziges Siedlungsunternehmen nimmt die HLG Aufgaben der ländlichen Siedlung, der Agrarstrukturverbesserung und der Landentwicklung sowie der Landbeschaffung wahr und erfüllt darüber hinaus weitere gesetzlich zugewiesene Aufgaben. Zweck der Gesellschaft ist vornehmlich die Entwicklung des ländlichen Raums. Dieser Zweck wird gemäß Gesellschaftsvertrag im Wesentlichen verwirklicht durch:  die ländliche Siedlung sowie Maßnahmen der Agrarstrukturverbesserung,  die Bodenbevorratung für öffentliche, agrarstrukturelle und ökologische Zwecke in Hessen,  die Tätigkeit als Beauftragte von Gemeinden bei der Vorbereitung und Durchführung von Sanierungs- und Entwicklungsmaßnahmen sowie Verfahren der einfachen Stadterneuerung und und im Rahmen des Städtebauförderungsprogramms „Stadtumbau in Hessen“,  die Tätigkeit als Beauftragte Dritter, vor allem in den Bereichen Flächenmanagement, Liegenschaftsverwaltung, Bodenordnung sowie Natur- und Klimaschutz und Energie, einschließlich der Wahrnehmung öffentlichrechtlicher Aufgaben. Zu den wesentlichen Tätigkeitsschwerpunkten als Beauftragte Dritter zählen insbesondere die Domänenverwaltung für das Land Hessen sowie das Flächenmanagement für den Straßenbau in Hessen einschließlich des Grunderwerbs, der Kompensation und der Flächenbevorratung. Diese Aufgaben werden auf Grundlage entsprechender Geschäftsbesorgungsverträge mit dem Land Hessen wahrgenommen. Darüber hinaus ist die HLG nach der Hessischen Kompensationsverordnung (KV) sowie dem Hessischen Ausführungsgesetz zum Bundesnaturschutzgesetz (HAGBNatSchG) als Ökoagentur des Landes Hessen anerkannt und mit der Bereitstellung und Vermittlung von Ersatzmaßnahmen betraut. II. Wirtschaftsbericht 1. Gesamtwirtschaftliche Rahmenbedingungen #Wirtschaftsentwicklung in Deutschland Im Geschäftsjahr 2025 zeigte die deutsche Wirtschaft nach zwei rückläufigen Jahren eine leichte Erholung. Das preisbereinigte Bruttoinlandsprodukt (BIP) stieg im Gesamtjahr um 0,2 % gegenüber dem Vorjahr und lag damit erstmals seit 2022 wieder im positiven Bereich. Wesentliche Wachstumsimpulse gingen insbesondere von den gestiegenen Konsumausgaben der privaten Haushalte sowie des Staates aus, während die Exportentwicklung im dritten Jahr in Folge rückläufig blieb und somit keine positiven Beiträge zur gesamtwirtschaftlichen Entwicklung leistete.1 Im Jahresverlauf blieb die wirtschaftliche Dynamik zunächst verhalten, bevor es im vierten Quartal 2025 zu einer moderaten Belebung der Konjunktur kam; das BIP erhöhte sich gegenüber dem Vorquartal um 0,2 % bis 0,3 %. Diese Entwicklung wurde durch privaten und staatlichen Konsum, steigende Bauinvestitionen sowie eine zunehmende Industrieproduktion getragen, wobei insbesondere Investitionsgüterproduzenten von einer verbesserten Auftragslage profitierten, während die Auslandsnachfrage weiterhin dämpfend wirkte.2 Zum Jahresende bzw. Jahreswechsel 2025/2026 deuteten Indikatoren auf eine weiterhin verhaltene konjunkturelle Grunddynamik hin; Stimmungsindikatoren signalisierten keine breite konjunkturelle Belebung, die Konsumentwicklung zeigte sich gedämpft, die Arbeitskräftenachfrage stagnierte weitgehend und die Zahl der Unternehmensinsolvenzen stieg gegenüber dem Vorjahr. Preisseitig verringerte sich der Inflationsdruck im Jahresverlauf; im Dezember 2025 lag die Inflationsrate bei 1,8 % und damit erstmals seit Herbst 2024 wieder unterhalb von 2,0 %, insbesondere infolge rückläufiger Energiepreise, während Dienstleistungen weiterhin einen wesentlichen Preistreiber darstellten.3 Die öffentlichen Haushalte wiesen im Jahr 2025 ein Finanzierungsdefizit in Höhe von 2,7 % des BIP auf; die Staatsausgaben überstiegen die Einnahmen um rund 119,1 Mrd. EUR, insbesondere infolge steigender Sozial- und Zinsausgaben bei gleichzeitig weniger stark wachsenden Einnahmen.4 Insgesamt war das Jahr 2025 durch eine leichte wirtschaftliche Stabilisierung bei weiterhin verhaltenem Wachstum gekennzeichnet. Die konjunkturelle Belebung zum Jahresende deutet auf eine beginnende, jedoch weiterhin begrenzte Erholung hin. Für den weiteren Verlauf wird eine schrittweise Stabilisierung sowie eine moderate Belebung im Jahresverlauf 2026 erwartet, wenngleich Unsicherheiten fortbestehen.5  Lagebericht Lagebericht 2025 1) Vgl. https://www.tagesschau.de/wirtschaft/wirtschaft-bip-2025gewachsen-100.html#:~:text=Die%20deutsche%20Wirtschaft%20ist %202025%20nach%20zuvor,im%20Vergleich%20zum%20Vorjahr% 20um%200%2C2%20Prozent. 2) Vgl. https://www.br.de/nachrichten/wirtschaft/deutsche-wirtschaft-legtende-2025-ueberraschend-zu,VCDmnKE. 3) Vgl. https://www.bundeswirtschaftsministerium.de/Redaktion/DE/ Schlaglichter-der-Wirtschaftspolitik/2026/02/07-wirtschaftlichelage. html#:~:text=Im%20Gesamtjahr%202025%20lag%20das%20preisbereinigte%20BIP,die%20Vorratsver%C3%A4nderung%20trug%20rechnerisch%20zum%20BIP%2DAnstieg%20bei. 4) Siehe auch Fn. 2. 5) Siehe auch Fn. 2 und 3.

Hessische Landgesellschaft mbH Geschäftsbericht 2025 17 Lagebericht  2. Branchenbezogene Rahmenbedingungen #Bauwirtschaft Die deutsche Bauwirtschaft war im Geschäftsjahr 2025 weiterhin von den Nachwirkungen der seit 2021 anhaltenden Abschwächung geprägt, zeigte jedoch erste Stabilisierungstendenzen. Insgesamt wurde ein realer Anstieg der Auftragseingänge um 6,8 % verzeichnet, der insbesondere auf Großprojekte im Wirtschaftstiefbau (insbesondere Bahn- und Kabelleitungsbau), im sonstigen Tiefbau sowie im Wirtschaftshochbau (unter anderem Rechenzentren) zurückzuführen ist. Aufgrund des niedrigen Ausgangsniveaus fiel auch der Anstieg im Wohnungsbau mit real 10,0 % vergleichsweise deutlich aus. Parallel hierzu verbesserte sich die Umsatzentwicklung und lag im Gesamtjahr bei einem realen Plus von rund 2,5 %, wenngleich weiterhin auf insgesamt niedrigem Niveau.6 Im Jahresverlauf zeigte sich eine uneinheitliche Entwicklung: Während insbesondere zu Jahresbeginn 2025 eine Belebung der Baukonjunktur mit steigenden Auftragseingängen und zunehmender Planungsaktivität zu verzeichnen war, verlief die weitere Entwicklung insgesamt durchwachsen. Die Zahl der Baugenehmigungen stieg im Jahr 2025 erstmals seit 2021 wieder an und erreichte 238.500 Wohnungen (+10,8 % gegenüber dem Vorjahr); sie gilt als Frühindikator für eine perspektivische Stabilisierung der Bautätigkeit.7 Die verbesserte Auftragslage führte jedoch nicht flächendeckend zu einer Entspannung, da ein erheblicher Anteil auf wenige Großprojekte entfiel. Entsprechend berichteten weiterhin rund 38,0 % der Bauunternehmen über Auftragsmangel, im Wohnungsbau lag dieser Anteil noch höher.8 Strukturell blieb insbesondere der Wohnungsbau durch hohe Baukosten, gestiegene Zinsen und eine schwache Nachfrage belastet, während sich der Tiefbau stabil entwickelte und von Infrastrukturinvestitionen profitierte. Der Wirtschaftsbau zeigte eine moderate Stabilisierung, der öffentliche Bau blieb durch begrenzte Haushaltsmittel geprägt.9 Der Arbeitsmarkt entwickelte sich stabil; die Zahl der Beschäftigten stieg um rund 0,7 % auf etwa 923.000 Personen, während sich gleichzeitig die Zahl der arbeitslosen Fachkräfte verringerte.10 Insgesamt war das Jahr 2025 durch eine Stabilisierung der Bauwirtschaft bei weiterhin heterogener Entwicklung gekennzeichnet. Zum Jahresbeginn 2026 gingen die Auftragseingänge jedoch um 4,3 % zurück. Gleichzeitig entwickelte sich der Umsatz witterungsbedingt rückläufig, während sich die Geschäftserwartungen eintrübten.11 Vor diesem Hintergrund wird für das Jahr 2026 ein moderates Wachstum erwartet, wenngleich die weitere Entwicklung weiterhin von gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen, Finanzierungsbedingungen und Kostenentwicklungen beeinflusst bleibt.12 #Landwirtschaft Die Landwirtschaft in Deutschland war im Geschäftsjahr 2025 durch eine insgesamt angespannte, zugleich aber heterogene wirtschaftliche Lage gekennzeichnet. Der landwirtschaftliche Produktionswert erhöhte sich im Jahr 2025 nach ersten Schätzungen auf 76,8 Mrd. EUR (+1,7 % gegenüber dem Vorjahr), wobei insbesondere die Tierproduktion mit steigenden Erlösen, unter anderem bei Rindern und Milch, zur positiven Entwicklung beitrug, während der Pflanzenbau infolge überwiegend rückläufiger Erzeugerpreise einen Rückgang verzeichnete.13 Gleichzeitig bewegten sich die Unternehmensergebnisse der landwirtschaftlichen Haupterwerbsbetriebe im Wirtschaftsjahr 2024/25 mit durchschnittlich rund 78.500 EUR auf Vorjahresniveau und damit real, unter Berücksichtigung der Inflation, auf einem niedrigeren Niveau. Die wirtschaftliche Entwicklung war maßgeblich durch volatile Agrarmärkte sowie steigende Anforderungen geprägt; Preisrückgänge bei pflanzlichen Erzeugnissen standen steigenden Preisen im Bereich tierischer Erzeugnisse gegenüber, während insbesondere die Schweinehaltung von rückläufigen Preisen betroffen war und der Kostendruck aufgrund hoher Betriebsmittelpreise hoch blieb.14 Im Jahresverlauf 2025 zeigte sich zudem eine hohe Abhängigkeit von externen Einflussfaktoren; Witterungsbedingungen führten trotz insgesamt stabiler bis guter Erntemengen zu regionalen Schwankungen, während geopolitische Entwicklungen sowie volatile Energie- und Rohstoffmärkte unmittelbar auf Preise, Kosten und Absatzmöglichkeiten wirkten.15 Strukturell setzte sich der Anpassungsprozess fort, insbesondere in der Tierhaltung, bedingt durch wirtschaftliche, regulatorische und demografische Faktoren; gleichzeitig blieb die Investitionstätigkeit insgesamt zurückhaltend.16 Die Einschätzung der Lage entwickelte sich uneinheitlich: Während im Dezember 2024 noch eine leichte Verbesserung des Agrar-Geschäftsklimas sowie eine steigende Investitionsbereitschaft zu verzeichnen war, verschlechterte sich die Stimmung im Dezember 2025 im Rahmen der Winterbefragung wieder deutlich, insbesondere mit Blick auf die zukünftige Entwicklung.17 Insgesamt war das 6) Vgl. https://www.bauindustrie.de/fileadmin/bauindustrie.de/Zahlen_Fakten/Eingangsseite_Zahlen_Fakten/Baukonjunkturelle_Entwicklung_in_ Deutschland.pdf. 7) Vgl. https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2026/02/ PD26_052_3111.html. 8) Vgl. https://www.ibau.de/akademie/wissenswertes/so-sieht-die-lage-derbaubranche-wirklich-aus/#. 9) Vgl. https://www.squarevest.ag/blog/prognose-fuer-die-bauwirtschaft2024-bis-2030-in-deutschland-oesterreich-und-schweiz#:~:text=Im%20 Jahr%202025%20wurde%20mit. 10) Siehe auch Fn. 6. 11) Vgl. https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2026/03/ PD26_100_441. 12) Siehe auch Fn. 9. 13) Vgl. https://www.ble.de/SharedDocs/Pressemitteilungen/ DE/2025/251217_Landwirtschaftlicher-Produktionswert.html. 14) Vgl. Deutscher Bauernverband e.V. (DBV), Situationsbericht 2025/2026: https://www.situationsbericht.de. 15) Vgl. https://www.bmleh.de/SharedDocs/Downloads/DE/Broschueren/ erntebericht-2025.html#:~:text=Auch%20die%20Ernte%202025% 20war,Technologie%20erfordern%20als%20je%20zuvor. 16) Siehe auch Fn. 14. 17) Vgl. https://www.rentenbank.de/presse/Rentenbank-Agrarbarometerzeigt-leicht-verbesserte-Stimmung-und-steigende-Investitionsbereitschaft/ sowie https://www.rentenbank.de/presse/Rentenbank-Agrarbarometer- Landwirtschaft-im-Stimmungstief-grosse-Investitionen-bleiben-aus/.

Hessische Landgesellschaft mbH Geschäftsbericht 2025 18 Jahr 2025 durch eine stabile Produktionsleistung bei weiterhin angespannten Rahmenbedingungen gekennzeichnet. Für das laufende Wirtschaftsjahr 2025/26 wird vor dem Hintergrund volatiler Märkte, erwarteter Kostensteigerungen sowie teilweise rückläufiger Erzeugerpreise mit einer fortbestehenden wirtschaftlichen Belastung vieler Betriebe gerechnet. Ergänzend ist davon auszugehen, dass insbesondere ackerbaulich geprägte Betriebe und Veredlungsbetriebe weiterhin von Preis- und Kostenentwicklungen sowie dem Anpassungsdruck bei Strukturen und Investitionen betroffen sein werden.18 3. Geschäftsverlauf #Geschäftsverlauf der HLG Die gesamtwirtschaftliche Entwicklung in Deutschland stellt einen wesentlichen Einflussfaktor für den Geschäftsverlauf der Hessischen Landgesellschaft mbH dar. Neben den allgemeinen konjunkturellen Rahmenbedingungen wirken sich insbesondere die Situation auf dem Arbeits- und Finanzmarkt, die Lohnentwicklung sowie die Investitions- und Nachfrageentwicklung auf die Geschäftstätigkeit der Gesellschaft aus. Darüber hinaus beeinflussen branchenspezifische Entwicklungen, vor allem im Bau- und Immobiliensektor, die wirtschaftliche Entwicklung der HLG. Im Geschäftsjahr 2025 wurde die Geschäftsentwicklung der Gesellschaft weiterhin wesentlich durch die gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen sowie strukturelle Herausforderungen in der Bau- und Immobilienwirtschaft geprägt. Vor dem Hintergrund weiterhin hoher Bau- und Finanzierungskosten blieb der Grundstücks- und Immobilienmarkt angespannt und war insgesamt durch eine zurückhaltende Nachfrage gekennzeichnet. Diese Rahmenbedingungen wirkten sich insbesondere auf marktabhängige Geschäftsbereiche aus, vor allem auf die Baulandentwicklung im Segment Bodenbevorratung sowie auf das landwirtschaftliche Bauwesen. Insgesamt bewegte sich die Geschäftsentwicklung der HLG damit in einem weiterhin herausfordernden Marktumfeld, das durch erhöhte Unsicherheiten und eine zurückhaltende Investitionsneigung geprägt war. Im Bereich Bodenbevorratung war im Geschäftsjahr 2025 eine rückläufige Umsatzentwicklung zu verzeichnen. Die Erlöse aus Grundstücksverkäufen lagen mit rund 46,1 Mio. EUR unter dem Vorjahreswert von 54,8 Mio. EUR und wirkten sich maßgeblich auf die Entwicklung des Gesamtumsatzes aus. Die Geschäftsentwicklung in den übrigen Geschäftsfeldern verlief demgegenüber positiv. In den Bereichen Landwirtschaft und Naturschutz sowie in der allgemeinen Geschäftsbesorgung konnten die Ergebnisse im Vergleich zum Vorjahr gesteigert werden. In der Gesamtschau reichten diese Zuwächse jedoch nicht aus, um die rückläufigen Erlöse im Bereich der Bodenbevorratung zu kompensieren. Insgesamt zeigt sich damit eine heterogene Entwicklung innerhalb der Geschäftsfelder der Gesellschaft. Das gesamte Umsatzvolumen belief sich im Geschäftsjahr 2025 auf rund 71,5 Mio. EUR und lag damit um 12,6 % bzw. 10,3 Mio. EUR unter dem Vorjahreswert (i. V.: 81,8 Mio. EUR). Trotz dieses Umsatzrückgangs erzielte die HLG ein positives operatives Ergebnis (EBIT) von 1,6 Mio. EUR (i. V.: 2,0 Mio. EUR). Demgegenüber wirkte sich der deutliche Anstieg der Zinsaufwendungen belastend auf das Finanzergebnis aus, sodass im Geschäftsjahr 2025 insgesamt ein negatives handelsrechtliches Ergebnis in Höhe von rund -1,4 Mio. EUR (i. V.: +0,3 Mio. EUR) ausgewiesen wurde. Die Ergebnisentwicklung verdeutlicht die Auswirkungen der veränderten Finanzierungsbedingungen auf die wirtschaftliche Situation der Gesellschaft. Zur Deckung des Jahresfehlbetrags ist eine Entnahme aus der Ausgleichsrücklage vorgesehen; die entsprechende Beschlussfassung steht zum Zeitpunkt der Aufstellung des Lageberichts noch aus. Im Einzelnen verlief die Entwicklung wie folgt: 1) Baulandentwicklung und Kommunalbetreuung #Bodenbevorratung Das Marktumfeld für die Bodenbevorratung war im Geschäftsjahr 2025 weiterhin anspruchsvoll. Nach der seit 2021 anhaltenden Abschwächung zeigte die Bauwirtschaft erste Stabilisierungstendenzen, ohne dass bereits eine durchgreifende Erholung eintrat. Die Entwicklung verlief weiterhin segmentabhängig: Während der Tiefbau von Infrastrukturinvestitionen profitierte und sich stabil entwickelte, blieb der Wohnungsbau durch hohe Bau- und Finanzierungskosten sowie eine verhaltene Nachfrage belastet.19 Im Jahresverlauf 2025 kam es zu einer moderaten Belebung einzelner Marktindikatoren. Die Auftragseingänge erhöhten sich real um 6,8 %, wobei das Wachstum maßgeblich durch Großprojekte im Tiefbau sowie Impulse im Wirtschaftshochbau getragen wurde.20 Auch im Wohnungsbau zeigte sich ausgehend von einem niedrigen Niveau ein Anstieg der Auftragseingänge. Parallel dazu stieg die Zahl der Baugenehmigungen erstmals seit 2021 wieder an und erreichte 238.500 Wohnungen (+10,8 % gegenüber dem Vorjahr). Als Frühindikator deutet dies auf eine perspektivische Stabilisierung der Bautätigkeit hin, verbleibt jedoch weiterhin unter dem langfristig erforderlichen Niveau. Der Anstieg war insbesondere auf eine Zunahme der Genehmigungen bei Einfamilienhäusern sowie bei Mehrfamilienhäusern zurückzuführen, während sich die Entwicklung bei Zweifamilienhäusern weiterhin verhalten darstellte.21 Gleichwohl blieb die Marktentwicklung heterogen. Trotz verbesserter Genehmigungs- und Auftragseingangsdaten blieb die tatsächliche Bautätigkeit insgesamt durch eine verhaltene Umsetzung geprägt. Insbesondere im Wohnungsbau bestand unverändert ein erheblicher Auftragsmangel vor dem Hintergrund weiterhin anspruchsvoller Finanzierungs- und Kostenbedingungen.22  Lagebericht 18) Siehe auch Fn. 14. 19) Vgl. https://www.zdb.de/baukonjunktur/konjunkturprognose-20252026. 20) Vgl. https://www.bauindustrie.de/fileadmin/bauindustrie.de/Zahlen_Fakten/Eingangsseite_Zahlen_Fakten/Baukonjunkturelle_Entwicklung_in_ Deutschland.pdf. 21) Vgl. https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2026/02/ PD26_052_3111.html. 22) Siehe auch Fn. 19 und 20.

Hessische Landgesellschaft mbH Geschäftsbericht 2025 19 Lagebericht  Verträge mit 240 Kommunen 126 davon mit Erschließung (8 neue Aufträge) 342 Baugebiete (10 neue Aufträge) Gliederung der 342 Baugebiete Wohnen: 176 Gewerbe: 115 Sonstiges: 51 Im Vorjahr 2024 Verträge mit Kommunen: 238 Baugebiete insgesamt: 351 (15 neue Aufträge) davon mit Erschließung: 125 (6 neue Aufträge) Im Vorjahr 2024 Insgesamt 351 Baugebiete Wohnen: 184 | Gewerbe: 125 | Sonstiges: 50 Der Auftragsbestand in der Bodenbevorratung umfasst: Personalbestand Bodenbevorratung Gebührenerträge (gesamt) | Gebührenerträge BBV aus Grundstücksverkäufen | Prozentualer Anteil der Gesamterträge 2025 15,6 Mio. EUR | 2,5 Mio. EUR | 16,0% 2024 14,8 Mio. EUR | 3,5 Mio. EUR | 23,6% 2023 Gebührenerträge Bodenbevorratung 14,6 Mio. EUR | 3,3 Mio. EUR | 22,6% #Bodenbevorratung – Zahlen, Daten, Fakten 36 2025 33 2024 35 2023

Hessische Landgesellschaft mbH Geschäftsbericht 2025 20  Lagebericht Für die Bodenbevorratung ergeben sich daraus differenzierte Rahmenbedingungen. Während langfristig orientierte Infrastruktur- und Entwicklungsmaßnahmen stabile Perspektiven bieten, bleibt die kurzfristige Nachfrage nach baureifen Wohnbauflächen verhalten. Vor diesem Hintergrund hat die Hessische Landgesellschaft mbH ihre Investitions- und Entwicklungsaktivitäten im Bereich neuer Baugebiete im Geschäftsjahr 2025 weiter ausgebaut. Gleichzeitig verzeichnete die Gesellschaft im Geschäftsbereich Bodenbevorratung eine im Jahresverlauf uneinheitliche Entwicklung der Erlöse aus der Grundstücksvermarktung. Während in den ersten drei Quartalen Umsätze im unteren zweistelligen Millionenbereich realisiert wurden, fiel das Verkaufsvolumen im vierten Quartal mit rund 5,1 Mio. EUR deutlich geringer aus. Insgesamt erreichten die Erlöse aus der Grundstücksvermarktung einschließlich landwirtschaftlicher Flächen rund 46,1 Mio. EUR und blieben damit unter dem Vorjahreswert von 54,8 Mio. EUR. Die Entwicklung spiegelt die im Jahresverlauf schwankende Vermarktungsdynamik wider. Im Detail entwickelte sich die Bodenbevorratung im Geschäftsjahr 2025 differenziert nach Nutzungsarten. Die Umsatzerlöse in den Marktsegmenten Wohnen und Gewerbe lagen jeweils unter dem Vorjahresniveau. Im Wohnbaubereich verringerte sich der Umsatz – trotz der Entwicklung neuer Wohnbaugebiete in Hessen – um rund 14,0 % auf etwa 17,8 Mio. EUR (i.V.: 20,7 Mio. EUR). Auch im Gewerbesektor, der eine wesentliche wirtschaftliche Säule innerhalb der Bodenbevorratung darstellt, wurde das Vorjahresniveau nicht erreicht; die Umsätze beliefen sich auf rund 25,2 Mio. EUR (i. V.: 32,3 Mio. EUR). Demgegenüber entwickelten sich die übrigen Nutzungsarten positiv: Im Bereich sonstiger Flächen, insbesondere im Zusammenhang mit Mischgebieten sowie Ausgleichs- und Tauschflächen, wurden Umsatzerlöse in Höhe von insgesamt rund 1,4 Mio. EUR erzielt (i. V.: 0,3 Mio. EUR), und auch der Agrarsektor verzeichnete einen Anstieg der Umsätze um etwa 13,3 % auf etwa 1,7 Mio. EUR (i. V.: 1,5 Mio. EUR) (vgl. #Landwirtschaftliches Flächenmanagement). Vor dem Hintergrund der insgesamt rückläufigen Entwicklung in den Segmenten Wohnen und Gewerbe sowie der im Jahresverlauf uneinheitlichen Vermarktungsdynamik lagen die im Rahmen der Bodenbevorratung erzielten Gebührenerträge mit rund 3,1 Mio. EUR unter dem Vorjahreswert (i. V.: 3,9 Mio. EUR). Davon entfielen rund 2,5 Mio. EUR (i. V.: 3,5 Mio. EUR) auf das klassische Gebührengeschäft aus Grundstücksverkäufen. Auch unter weiterhin herausfordernden wirtschaftlichen Rahmenbedingungen stellt das Geschäftsfeld „Bodenbevorratung“ einen wesentlichen Bestandteil der Geschäftstätigkeit der Hessischen Landgesellschaft mbH dar und hat eine zentrale Bedeutung für die wirtschaftliche Entwicklung der HLG. Gleichzeitig hat dieser Bereich einen wesentlichen Einfluss auf die Liquiditätslage der Gesellschaft. Maßgebliche Grundlage für die Durchführung der Bodenbevorratung sind die Richtlinien zur Förderung der Bodenbevorratung für öffentliche, agrarstrukturelle und ökologische Zwecke in Hessen, auf deren Basis die HLG die hessischen Kommunen bei der Entwicklung und Bereitstellung von Bauland unterstützt. Vor dem Hintergrund begrenzter Flächenressourcen kommt der vorausschauenden Sicherung und Entwicklung geeigneter Flächen eine besondere Bedeutung zu. Ziel der Bodenbevorratung ist es, Flächen für agrarstrukturelle, wirtschaftliche, infrastrukturelle, städtebauliche und ökologische Zwecke sowie für Freizeit und Erholung rechtzeitig bereitzustellen. Durch eine gezielte Baulandentwicklung trägt die HLG zur Sicherstellung der nachhaltigen Daseinsvorsorge sowohl in städtischen Verdichtungsräumen als auch in ländlichen Regionen bei, unabhängig von der jeweiligen wirtschaftlichen Struktur der Region. Gleichzeitig werden Entwicklungspotenziale erschlossen und eine geordnete Flächenentwicklung unter Berücksichtigung ökologischer Belange unterstützt. Die Bodenbevorratung stellt damit ein wesentliches Instrument dar, um den bestehenden Siedlungsdruck auch außerhalb der hessischen Ballungsräume langfristig zu bewältigen. Im Geschäftsbereich Baulandentwicklung und Kommunalbetreuung begleitet die HLG die hessischen Kommunen bei der Umsetzung entsprechender Maßnahmen und stellt hierfür das Instrument der Bodenbevorratung zur Verfügung, um eine langfristig ausgerichtete kommunale Entwicklung zu unterstützen. Die Auftragslage in der Bodenbevorratung im Fünfjahresvergleich 2025 2024 2023 2022 2021 Verträge mit Kommunen 240 238 237 235 234 Baugebiete insgesamt 342 351 362 364 373 – davon mit Erschließung 126 125 129 141 139

Hessische Landgesellschaft mbH Geschäftsbericht 2025 21 Lagebericht  Verkaufte Flächen in 2025 Im Vorjahr 2024 Insgesamt: 54,8 Mio. EUR (116 ha) davon Wohnen: 20,7 Mio. EUR (17 ha) | Gewerbe 32,3 Mio. EUR (47 ha) Landwirtschaft 1,5 Mio. EUR (48 ha) Umsatzerlöse aus Grundstücksverkäufen: 46,1 Mio. EUR (107 ha Flächenabgang) Angekaufte Flächen in 2025 Anschaffungskosten: 33,8 Mio. EUR (168 ha Flächenzugang) Im Vorjahr 2024 Insgesamt: 28,9 Mio. EUR (170 ha) davon Wohnen: 6,5 Mio. EUR (24 ha) | Gewerbe 9,3 Mio. EUR (25 ha) Landwirtschaft 1,5 Mio. EUR (68 ha) Davon: *in Mio. EUR Landwirtschaft (75 ha) Wohnen (12 ha) Gewerbe (44 ha) 1,8* 3,3* 8,7* Davon: *in Mio. EUR Landwirtschaft (65 ha) Wohnen (9 ha) Gewerbe (33 ha) 1,7* 17,8* 25,2* Im Geschäftsjahr 2025 entwickelte sich die Auftragslage im Bereich Bodenbevorratung weiterhin stabil. Neben 2 weiteren Projektrahmenvereinbarungen (i. V.: 1) wurden insgesamt 10 neue Projektvereinbarungen (i. V.: 15) zur Entwicklung zukünftiger Wohn- und Gewerbegebiete sowie 13 Nachträge zu bestehenden Projektvereinbarungen mit hessischen Kommunen notariell beurkundet. Die im Geschäftsjahr neu vereinbarten Projekte umfassen – analog zum Vorjahr – den Erwerb von rund 92 ha Fläche. Das damit verbundene Investitionsvolumen beläuft sich auf nahezu 35,6 Mio. EUR und liegt damit über dem Vorjahreswert von 11,7 Mio. EUR. Zum Ende des Geschäftsjahres bestanden insgesamt 240 Projektrahmen- bzw. Grundsatzvereinbarungen mit hessischen Städten und Gemeinden, Zweckverbänden sowie Infrastrukturunternehmen gemäß den geltenden Richtlinien zur Förderung der Bodenbevorratung. Gleichzeitig befanden sich landesweit 342 Baugebiete in Bearbeitung, wobei die HLG in 126 dieser Gebiete die Erschließung im Auftrag der Kommunen übernimmt. Im Verlauf des Geschäftsjahres wurden 19 Projektvereinbarungen zu fertiggestellten Baugebieten abgerechnet, während gleichzeitig 7 Erschließungsverfahren abgeschlossen wurden. Darüber hinaus wurden im Bereich der Erschließung im abgelaufenen Geschäftsjahr 8 neue Erschließungsverträge mit verschiedenen Kommunen abgeschlossen (i. V.: 6). Geplante Verwendung des Vorratsvermögens

Hessische Landgesellschaft mbH Geschäftsbericht 2025 22  Lagebericht Die Entwicklung der Geschäftstätigkeit im Bereich der Bodenbevorratung einschließlich des Agrarsektors spiegelt sich im Kapitaleinsatz der Gesellschaft im Berichtsjahr 2025 wider. Die HLG investierte im abgelaufenen Geschäftsjahr 33,8 Mio. EUR in den Erwerb neuer Grundstücke in Hessen (i. V.: 28,9 Mio. EUR) und sicherte sich damit Flächen mit einer Gesamtgröße von knapp 168 ha (i. V.: 170 ha). Die Aufwendungen für Herstellungskosten im Rahmen laufender Erschließungsverfahren erhöhten sich deutlich um fast 15,6 Mio. EUR auf 56,3 Mio. EUR (i.V.: 40,7 Mio. EUR). Der zum Bilanzstichtag gebundene Kapitaleinsatz in der Bodenbevorratung einschließlich des landwirtschaftlichen Bereichs belief sich auf 90,1 Mio. EUR und lag damit um 20,5 Mio. EUR über dem Vorjahreswert (i. V.: 69,6 Mio. EUR). Der von der HLG bevorratete Grundstücksbestand erhöhte sich im Berichtsjahr um mehr als 61 ha auf rund 2.071 ha zum Jahresende und umfasste sowohl entwicklungsfähige als auch bereits erschlossene Flächen. Die Finanzierung des Grundstücksbestands erfolgt überwiegend über landesverbürgte Kapitalmarktdarlehen sowie ergänzend aus Eigenmitteln der Gesellschaft. Die Verzinsung der bevorrateten Grundstücke erfolgt auf Grundlage eines intern ermittelten Mischzinssatzes unter Berücksichtigung von Fremd- und Eigenkapitalzinsen. #Kommunalbetreuung Die HLG unterstützt hessische Kommunen im Rahmen des Geschäftsbereichs Kommunalbetreuung bei der Entwicklung und Umsetzung strategischer Ziele der Innenentwicklung. Hierzu zählen insbesondere die Erstellung konzeptioneller Grundlagen sowie Machbarkeitsstudien zur Aktivierung innerörtlicher Flächenpotenziale und zur Deckung zukünftiger Flächenbedarfe innerhalb bestehender Siedlungsstrukturen. Auf dieser Basis werden Möglichkeiten zur städtebaulichen Entwicklung sowie zur Stärkung kommunaler Zentren aufgezeigt. Kommt es anschließend zu einer entsprechenden Vereinbarung mit der jeweiligen Kommune, werden diese Vorhaben in der Regel als Bodenbevorratungsmaßnahme weitergeführt. Die Kommunalbetreuung umfasst neben der fachlichen Beratung kommunaler Gremien auch die kaufmännische Betreuung städtebaulicher Entwicklungsmaßnahmen nach dem BauGB. Zum Bilanzstichtag befanden sich drei Verfahren in Mittel- und Nordhessen in Bearbeitung. Im Geschäftsjahr 2025 erzielte die HLG in diesem Bereich Erträge in Höhe von rund 48 TEUR und lag damit über dem Vorjahreswert (i. V.: 25 TEUR) sowie über der Planvorgabe von 20 TEUR. Der Anstieg der Gebührenerträge ist im Wesentlichen auf eine erhöhte Tätigkeit bei der Abrechnung laufender Entwicklungsmaßnahmen zurückzuführen. Die Kennzahlen des Vorratsvermögens im Fünfjahresvergleich 2025 2024 2023 2022 2021 Ankauf Flächenzugang ha 168 170 134 68 122 Anschaffungskosten Mio. EUR 33,8 28,9 32,6 12,2 20,4 Verkauf Flächenabgang ha 107 116 123 129 225 Umsatzerlöse Mio. EUR 46,1 54,8 42,2 66,6 84,5 – davon Gebührenerträge aus Grundstücksverkäufen TEUR 2.461 3.477 3.310 5.016 5.968 Flächenbestand Flächengröße ha 2.071 2.010 1.956 1.945 2.006 Bruttowert Mio. EUR 532,2 493,3 467,0 423,8 430,5 Hinweis: Der Fünfjahresvergleich zum 31.12. stellt die Entwicklung in der BBV sowie im landwirtschaftlichen Flächenmanagement dar und zeigt die entsprechenden Trends im Mehrjahreszeitraum auf.

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